Die Diözese Gurk verbietet ab sofort die traditionelle Messe von (Neo-)Ustaša und kroatischen Nationalisten am Loibacher Feld in Bleiburg/Pliberk. Das Verbot ist eine Reaktion auf die Kritik an den offenen neofaschistischen Umtrieben in der und um die Messe herum.

Auf den den Segen der katholischen Kirche in Österreich müssen ab sofort die Menschen verzichten, die Ustaša-Truppen für kroatische Patrioten gehalten haben.

Am Freitag gab die Diözese Gurk bekannt, dass sie die traditionelle Gedenkmesse für die Ustaša-Einheiten verbietet, die im Mai 1945 von der britischen Armee an Tito-Partisanen ausgeliefert worden waren.

In den vergangenen Jahrzehnten war die Messe am Loibacher Feld ein offener Treffpunkt für kroatische Neofaschisten und Sympathisanten.

Immer wieder hatten Menschen in Ustaša-Uniformen teilgenommen und faschistische Symbole und Fahnen offen getragen.

Nach massiver öffentlicher Kritik hatte die Diözese im Vorjahr verboten, Uniformen zu tragen.

Das war weitgehend eingehalten worden.

Allerdings wurden massiv faschistische Symbole wie die Ustaša-Flagge gezeigt, wie auch eine Reportage von Balkan Stories dokumentiert.

Es kam auch zu mehreren Anzeigen, etwa nach Hitlergrüßen.

Ob es die Kritik alleine war oder auch echte Ablehnung der faschistischen und revisionistischen Aktivitäten, nachdem man die Messe jahrzehntelang geduldet hatte, die die Diözese zum Verbot bewogen hat, wird vermutlich offen bleiben.

In der öffentlichen Stellungnahme der Diözese, die ORF.at zitiert, heißt es, die Messe sei „Teil einer Veranstaltung, die politisch instrumentalisiert und Teil eines politisch-nationalen Rituals ist, das einer selektiven Wahrnehmung und Deutung von Geschichte dient“.

Das Gesamterscheinungsbild der Veranstaltung am Bleiburger Feld schade dem Ansehen der Katholischen Kirche und sei vor allem auch dazu angetan, „der Katholischen Kirche in Kärnten im Falle einer Erlaubnis der Liturgiefeier zu Recht zu unterstellen, sie würde die Instrumentalisierung eines Gottesdienstes zu politischen Manifestationen dulden und die entsprechende Distanz zu faschistischem Gedankengut vermissen lassen“.

Hochrangige politische Unterstützung

Kritik hatte die Messe auch wegen der Unterstützung durch die kroatische Regierung ausgelöst.

Sofern die kroatische Regierung von der HDZ geführt wurde, waren alljährlich hochrangige Regierungsvertreter angereist.

Die Ustaša hatten während des Zweiten Weltkriegs einen Völkermord an Serben, Roma und Juden mit insgesamt etwa 750.000 Opfern begangen.

Das mit den Nazis verbündete Regime von Ante Pavelić war das mit Abstand grausamste der Zeit.

Nach der Auslieferung an die Tito-Partisanen wurden tausende Mitglieder der Truppen ohne Gerichtsprozess ermordet.

Mit ihrer Teilnahme hatten kroatische Regierungsvertreter in den Augen antifaschistischer Kritiker eine Kontinuität zwischen dem faschistischen Regime des „Unabhängigen Staats Kroatien“ (NDH) und dem heutigen Kroatien suggeriert.

Auch von österreichischen Konservativen war das alljährliche Treiben auf dem Loibacher Feld bei Bleiburg/Pliberk mit wohlwollender Neutralität beobachtet worden.

Sogar nach der Aufregung im Vorjahr wurden der faschistische Auftrieb und das Ustaša-Regime unter Ante Pavelić verharmlost.

Dass die Messe verboten wird, ist maßgeblich auch der Arbeit des deutsch-kroatischen Journalisten Danijel Majić von der Frankfurter Rundschau zu verdanken.

Seine Berichte lenkten die öffentliche Aufmerksamkeit auf die weitgehend unbeachtete Veranstaltung.