Die Stimme des Anderen Kroatien ist in Gefahr. Ohne Spenden muss das unabhängie Nachrichtenportal Lupiga möglicherweise schließen. Es ist ungewiss ob es weiter öffentliche Förderungen bekommt – und vor allem wann. Um Lupiga zu retten, ist eine Kampagne mit prominenten Förderern gestartet worden.

„Lupiga im Überlebenskampf: Gebt uns die Hand, wir haben nur Euch“. Unter diesem Titel hat das renommierte unabhängige Nachrichtenportal Lupiga heute einen Aufruf für Crowdfunding durch Spenden gestartet.

Begleitet wird der Appell von einem Video, dem Edo Maajka seine Stimme geliehen hat, der bosnische Rap-Star.

Das zeigt, wie anerkannt die Seite in ganz Ex-Jugoslawien ist.

Die Non-Profit-Seite berichtet kritisch über Missstände, Korruption und Nationalismus in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens und über die religiös motivierten Angriffe auf Frauenrechte.

Geht es nach der kroatischen Regierung, hängt Lupiga in der Schwebe. Das Kulturministerium hat die Medienförderungen aus EU-Mitteln noch nicht ausgeschrieben.

Seit mittlerweile zwei Jahren gibt es kein öffentliches Geld, schreibt die Redaktion. Es sei in den 16 Jahren, seitdem es die Seite gibt, das erste Mal, dass man die Leserinnen und Leser um Unterstützung bitte.

Die Journalistinnen und Journalisten, ausgewiesene Profis und mehrfache Preisträgerinnen und Preisträger, sind hauptberuflich bei anderen Medien angestellt und betreiben das Portal nach professionellen Standards in ihrer Freizeit.

Dennoch sind Rechnungen zu bezahlen – von der Serverwartung bis hin zu Fotorechten und Honoraren für Korrespondentinnen und Korrespondenten.

Unabhängige Medien sind HDZ-Regierung Dorn im Auge

Lupiga ist wie zahlreiche andere unabhängige kroatische Medien auf öffentliche Subventionen angewiesen. Dieses System hat bislang eine relativ breite Nische für journalistische Arbeit geschaffen, die von kommerziellen Interessen unabhängig war.

Das von der EU kofinanzierte Fördersystem hat dem Land eine breite Nische für kritischen Journalismus neben dem mitunter unappetitlichen Boulevard gesichert.

Seit der Machtübernahme der klerikalnationalistischen HDZ steht das System in Frage. Zu kritisch und zu wenig national sind der Partei die unabhängigen Medien.

Vor allem Lupiga hat sich in der Vergangenheit immer wieder als die Stimme des Anderen Kroatien profiliert: Die Stimme der weltoffenen, aufgeschlossenen und fortschrittlichen Menschen im Land.

Der seinerzeitige Kulturminister Zlatko Hasanbegović wollte die Förderungen schon im Vorjahr radikal kürzen. Der breite Widerstand gegen die Maßnahme und seine Verstrickungen in die Neo-Ustaša-Szene brachten ihn wenige Monate später zu Fall.

Ob Nachfolgerin Nina Obuljen Koržinek, offiziell parteiunabhängig, mit der späten Ausschreibung der Förderungen Ähnliches im Sinn hat, ist nicht bekannt.

Was für Lupiga in der aktuellen Situation auch wenig ändert. Das Portal steht ohne Finanzierung da.

Die Spendenkampagne soll helfen, den Betrieb zumindest notdürftig aufrechtzuerhalten. Angepeilt werden 20.000 Dollar.

Helft mit, Lupiga am Leben zu erhalten!

Balkan Stories unterstützt diese Kampagne ausdrücklich.

Lupiga leistet mit seiner Berichterstattung einen unverzichtbaren Beitrag für ein besseres Leben für die Menschen nicht nur in Kroatien.

Es ist eine Kontrollinstanz, die nicht verloren gehen darf.

Helft mit, die Stimme des Anderen Kroatien zu retten.

Es zählt jeder Beitrag.

Der Aufruf der Redaktion

Lupiga is one of the oldest independent non profit websites in the region. A group of young journalist started it in Zagreb in 2001 to be a place where they can write about politics, society and culture, publish their first columns and stories that were cut out from the media organizations they and their colleagues worked for.

Twelve years later, in the end of 2013, they applied for a grant from the Croatian Ministry of Culture and they were among highest rated non-profit websites.

A rather small amount of money helped them professionalize and lift to a higher level, together with other independent, non-profit, community media, continuing their work with equally critical reporting but more investigative and in depth. During that period, Croatia ranked 58th on the Freedom of Press Reporters Without Borders list.

In the end of 2015, a new conservative government came into power and Croatia’s rating began to sink. Literally, the first programme the new Minister of Culture shut down were the small grants for non-profit media, followed by deliberate blocking of EU funding for community media. We are now listed on 74th place.

Exhausted after two years without funding and delays, Lupiga’s journalists decided to address their readers and supporters trough a crowdfunding campaign, asking them to support their work in the next year.

Promising to deliver quality journalism every day, they ask for 19999 dollars. That would cover half of the expenses public funds used to two and a half years ago.

„The amount we are asking for will not cover a fair price for the authors, but it does cover half. It will be spent on our contributors, as a pay for their work. The goal is to keep Lupiga independent, resistant to pressure from those who think that silence can be bought. It is clear that the only free media is the one owned by its readers and journalists. A media outlet – without a big boss“, they wrote in their call.

You can support them trough Indiegogo, by scanning their QR code or by donating directly on their bank account.

Udruga za promicanje medijske kulture, umjetnosti i tolerancije „Lupiga – svijet kroz obične oči“, 10000 Zagreb

Empfänger: Verein zur Förderung von Medienkultur, Kunst und Toleranz „Lupiga – Die Welt durch gewöhnliche Augen“, 10000 Zagreb

IBAN: HR6023600001101699876, Zagrebačka banka

SWIFT-BIC: ZABAHR2X (Für Überweisungen aus dem Ausland)

Zweck: Spende

Empfängernummer: HR00 2018

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Danke. Hvala.

Mitarbeit: Nedad Mem