Im Herzen Zagrebs haben fanatische Nationalisten auch dieses Jahr eine Messe für Ustaša-Führer Ante Pavelić gefeiert. Die Journalistin Una Hajdari hat diese Messe für Kroatiens obersten Faschisten für Open Democracy dokumentiert.

Was in Deutschland und Österreich unmöglich wäre, genießt in Kroatien die stille Duldung des konservativen Mainstreams. Offene Verehrung für einen Faschisten und Völkermörder. Versehen mit dem Segen der katholischen Kirche.

Anders ist die jährliche Gedenkmesse für Ustaša-Führer Ante Pavelić in der Herz-Jesu-Basilika der Jesuiten im Zentrum von Zagreb nicht zu erklären.

Pavelić war im Zweiten Weltkrieg Führer des faschistischen Groß-Kroatien, das von Adolf Hitlers Gnaden eingerichtet worden war.

Aus eigenem Antrieb ermordeten die kroatischen Faschisten, die Ustaša, um die 750.000 Menschen. Der Großteil waren Serben. Die jüdische Bevölkerung Jugoslawiens wurde fast vollständig ausgelöscht.

Für den rechten Flügel der kroatischen Nationalisten gilt Pavelić bis heute als Säulenheiliger der heutigen kroatischen Unabhängigkeit.

Der konservative und selbst nationalistische Mainstream teilt die Verehrung nicht. Er duldet sie aber, wie die Reportage von Una Hajdari für Open Democracy zeigt, die den Zusammenhang zwischen den neofaschistischen Umtrieben, dem kroatischen Nationalismus und der katholischen Kirche präzise dokumentiert.

Damit wollten sich die regierende HDZ und andere rechte Parteien eine Unterstützung für ihre eigenen gesellschaftlichen Konzepte sichern, zitiert Una den Historiker Dragan Markovina.

Das führt dazu, dass Kroatien heute das EU-Land ist, in dem neofaschistische Umtriebe am offensten ausgelebt werden.

Außerhalb Kroatiens wird das selten kritisiert. Auf Regierungsebene macht das einzig und allein die slowenische Regierung.

Kroatische Antifaschisten beklagen seit Jahren die fehlende Unterstützung von außen. Sie fühlen sich nicht zu Unrecht im Stich gelassen.

Titelfoto: Una Hajdari