Lupiga hat es geschafft. Dank einer Spendenkampagne ist die Finanzierung des kritischen und unabhängigen kroatischen Nachrichtenportals bis auf weiteres gesichert. Hunderte Unterstützerinnen und Unterstützer aus dem ehemaligen Jugoslawien und darüber hinaus haben innerhalb von nur zehn Tagen 20.000 Dollar gespendet.

„Wir haben es in zehn Tagen geschafft“. Lupiga-Redakteurin Ana Benačić kann es am Freitagnachmittag kaum glauben, dass die Kampagne #IMANAS so schnell so erfolgreich war.

Seit Dienstag vergangener Woche haben knapp 500 Unterstützerinnen und Unterstützer 20.000 Dollar auf der Spendenplattform Indiegogo aufgebracht.

Sie kommen aus allen Nachfolgestaaten Jugoslawiens – und darüber hinaus.

So rief auch Rüdiger Rossig auf, für das kritische kroatische Nachrichtenportal Lupiga zu spenden. Er ist taz-Redakteur und ausgewiesener Balkanexperte.

Auch die Beograd Bürgerinitiative „Ne Da(vi)mo Beograd“ hat sich in der breiten Kampagne für Lupiga stark gemacht. Sie bekämpft vor allem die Korruption um das Stadtentwicklungsprojekt Belgrade Waterfront.

Es war der Andere Balkan, der innerhalb weniger Tage geeint zur Rettung einer kritischen Stimme auftrat – und als grenzüberschreitendes Phänomen vielleicht das erste Mal überhaupt in Erscheinung trat.

Spenden kompensieren vorenthaltene Förderung

Das Geld aus der Kampagne soll den Ausfall der öffentlichen Förderungen kompensieren. Seit zweieinhalb Jahren hat das kroatische Kulturministerium die beantragten Subventionen schlicht nicht ausbezahlt.

In Kroatien gab es bislang eine breite nicht-kommerzielle und kritische Medienszene, die aus Mitteln der EU und der kroatischen Regierung gefördert worden war.

Seitdem die klerikalnationalistische HDZ zurück an die Macht gekommen ist, werden die kritischen Medien zunehmend an die Kandare genommen – vor allem, indem man ihnen die Geldmittel entzieht.

Lupiga hat sich in den vergangenen 16 Jahren als kritisches Medium etabliert.

Die Redaktion hat Korruptionsfälle nicht nur in Kroatien aufgedeckt, über Bürgerinitiativen wie „Ne Da(vi)mo Beograd“ berichtet und hat stets ein Auge auf revisionistische und nationalistische Umtriebe in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens.

Das hat es in den Augen vieler engagierter Menschen zum Sprachrohr nicht nur des Anderen Kroatien gemacht sondern des Anderen Balkan.

Der bekannte bosnische Sevdah-Sänger Damir Imamović etwa bezeichnet Lupiga als „eine der stärksten Stimmen in unserer Sprache, für die es wert ist zu kämpfen.“

Der Kampf war diesmal erfolgreich. Lupiga kann weiter berichten.

Die Stimme des Anderen Kroatien, die Stimme des Anderen Balkan wird bleiben.