Am 11. Juli jährt sich der Völkermord von Srebrenica. 1995 ermordete die Armee der Republika Srpska unter dem Kommando von Ratko Mladić mehr als 8.000 Bosnjaken. Mit ihrem nomadischen Denkmal ŠTO TE NEMA will die bosnisch-amerikanische Künstlerin Aida Šehović am Jahrestag des Massakers die Bevölkerung von Zürich einladen, der Opfer zu gedenken. Für die Aktion sucht sie Freiwillige.

Kleine Tässchen werden am 11. Juli am Helvetiaplatz die Züricherinnen und Züricher begrüßen. Tausende fildžani, in denen in Bosnien traditionell Kaffee serviert wird.

Auch in Zürich werden die fildžani voller bosnischen Kaffees sein.

Jede Tasse steht für ein Opfer des Völkermords von Srebrenica.

ŠTO TE NEMA heißt dieses mobile Denkmal, das die in New York lebende Künstlerin Aida Šehović seit mittlerweile zwölf Jahren auf eine Reise um die Welt schickt.

Es soll die Dimension des Völkermords deutlich machen – und vor allem, dass es ganz normale Menschen waren, die ihm zum Opfer gefallen sind.

Die aus ganz normalen Leben gerissen wurden. Leben, die einen Alltag hatten. Leben, die die kleinen Genüsse und Freuden kannten.

Leben, die mit Freunden verbracht wurden. Mit denen man, ganz bosnisch, Kaffee getrunken hat.

In Tuzla und in Sarajevo hat ŠTO TE NEMA zum Nachdenken und Reden gebracht, in New York, in Genf, in Istanbul und Toronto.

Die Reaktionen auf dieses ungewöhnliche Denkmal fallen sehr positiv aus. „Aida, your art transcends time and place…as we honor the souls of the innocent victims of Srebrenica“, schreibt etwa eine Besucherin aus Chicago, wo ŠTO TE NEMA im Vorjahr aufgebaut wurde.

Möglich gemacht wird es stets durch Freiwillige.

Menschen, die in der Stadt leben, in denen das nomadische Denkmal Halt macht.

Menschen, denen die Opfer dieses und anderer Völkermorde am Herzen liegen.

Menschen, die einen Beitrag leisten wollen, dass es nie wieder vergleichbare Massaker gibt.

Für Zürich sucht die Künstlerin noch Freiwillige.

Sie sollen helfen, das Denkmal aufzubauen, bosnischen Kaffee kochen und mit Besuchern in Kontakt treten.

Inklusive der Einschulung an einem Tage zuvor umfasst der Arbeitseinsatz etwa fünf Stunden.

Anmelden kann man sich auf der Homepage von Aida Šehović oder auf der Facebookseite des Projekts.

Balkan Stories ruft seine Schweizer Leserinnen und Leser zur Teilnahme auf – sei es als Freiwilliger oder als Besucher.

Srebrenica darf niemals vergessen werden.

Nicht nur der Opfer willen.

Solange dieser Völkermord nicht aufgearbeitet ist, hat Bosnien keine Zukunft.