Was vom Anfang blieb

Heute ist Dan Republike. Der Tag erinnert an die Neugründung Jugoslawiens durch die antifaschistischen Kräfte in Jajce im Jahr 1943. Es war eine der beiden höchsten Feiertage Jugoslawiens. Ihren Ausgang genommen hatte die Befreiung zwei Jahre davor, in Užice in Serbien. Die Stadt ist bis heute sehr von diesem historischen Erbe geprägt.

Užice. Titovo Užice hieß die Kleinstadt von 1945 bis 1992.

Kaum eine Stadt im ehemaligen Jugoslawien ist so sehr Ergebnis der sozialistischen Moderne wie diese Stadt.

Was von der Stadt den Zweiten Weltkrieg überstand, erfand Jugoslawien neu.

Gute Städteplanung, geradlinige, elegante Architektur mit gelegentlichem Hang zum Wuchtigen.

Überall mit kleinen Plätzen. Der Mensch war Mittelpunkt dieser Städteplanung.

Eine alte Frau sitzt auf einer Bank und schaut nach vorne, während ein älterer Mann im Vordergrund gestikuliert. Im Hintergrund sind weitere Personen und parkende Autos zu sehen.

Der zentrale Platz heißt bis heute Trg Partizana. Platz des Partisanen.

Hier haben die Partisanen 1941 erstmals die deutschen Besatzer zurückgeschlagen. Wenn auch nur kurzfristig. (Mehr über die Republik von Užice erfahrt ihr unten.)

Eine lebhafte Straßenszene mit Passanten, die in einer Stadt mit modernen und traditionellen Gebäuden telefonieren. Im Hintergrund sind Hügel und Bäume zu sehen.

Als Jugoslawien zerfiel, musste sein oberster Befreier den neuen Zeiten weichen.

Seine Statue – eine der modernsten Tito-Darstellungen im ehemaligen Jugoslawien – durfte nicht mehr am Trg Partizana stehen.

Sie erinnert im Garten des örtlichen Museums daran, dass sich das jugoslawischen Volk selbst vom Nazi-Joch befreit hat.

Eine schwarze Statue eines Mannes in einem langen Mantel steht vor einer grauen Wand, umgeben von Blumen.

Am Trg Partizana hat längst ein neuer Machthaber Einzug gehalten. Manche nennen ihn Kralj Aleksandar. König Aleksandar. Es ist nicht schmeichelhaft gemeint.

Ein Plakat mit einem Mann in Anzug vor einem Gebäude mit dem Schild der Serbischen Fortschrittspartei.

Um die Ecke die Geißel des Balkan.

Schwarze und weiße Aufnahme einer Eingangstafel des Mozzart Slot Clubs, mit einer stilvollen Frau im Hintergrund und einer Anzeige von 12.435. Mehrere Personen stehen davor.

Nicht weit entfernt die zweite.

Wandgemälde mit Totenkopf und gekreuzten Knochen, beschriftet mit 'СЕВЕР'. Neben dem Gemälde gibt es weitere Graffiti und ein Schild mit der Aufschrift 'СЕВЕРНА АРМИЈА 1989'.

Die wenigen kommunistische Symbole, die man hier noch findet, verweisen nicht zwingenderweise auf den Fortschritt.

Ein Blick auf das Schild eines Geschäfts mit der Aufschrift 'CAI FU KINESKA ROBNA KUĆA' und einer Person, die davor steht und fotografiert.

Nur wenig erinnert noch daran, dass die Befreiung Jugoslawiens hier ihren Ausgang nahm.

Ein monochromes Wandgemälde auf einem Hochhaus, das einen Vogel darstellt, umgeben von Bäumen und einer Wohngegend im Hintergrund.

So einschneidend die Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte auch waren – manche Dinge ändern sich in dieser Region nie.

Eine Katze sitzt auf der Fensterbank eines Gebäudes, vor einem Fenster mit Vorhängen und Pflanzen im Hintergrund. Graffiti ist sichtbar.

Im Museum der Republik von Užice erfährt man alles über den kurzlebigen Aufstand der Partisanen im Herbst 1941 – vor 80 Jahren.

Er scheiterte nach wenigen Wochen. Draža Mihailovićs Četniks waren zuerst Verbündete bei der Befreiung der Region.

Nach kurzer Zeit wechselten sie die Seiten. Gemeinsam mit der Wehrmacht eroberten sie die Stadt von den Partisanen zurück.

Die zogen sich in die Berge zurück. Und begannen dort, ihre Widerstandsbewegung gegen die Nazi-Besatzung auszubauen.

Mehr über den 29. November, den Dan Republike, erfahrt ihr in diesen Artikeln aus dem Archiv Balkan Stories.

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