Mit „Ferse“ (dt.: Spuren) hat die montenegrinisch-kroatische Dichterin Paulina Lanzerotti ihren lange erwarteten Gedichtband vorgestellt – der nicht nur in ihrer Heimat auf Interesse stößt. Kritiker sehen in dem Band nicht nur eine Weiterentwicklung der jungen Schriftstellerin – sondern auch ein Versprechen, dass wichtige Themen wieder Gegenstand der Poesie werden.

Es ist selten, dass der Gedichtband einer noch nicht so bekannten Künstlerin auf so viel Interesse stößt wie Paulina Lanzerottis „Ferse“.

Das liegt zum einen daran, dass einige Künsterlinnen und Künstler Paulinas Arbeit seit Längerem mit Interesse im Auge behalten.

Und zum Anderen daran, dass Paulina eine jener Künstlerinnen ist, die die Lebenswelt normaler Menschen ins Zentrum ihrer Arbeit stellt.

Es ist die Entfremdung der Lohnarbeit in der kapitalistischen Gesellschaft, das Zurückgeworfensein auf die eigene Arbeitskraft, deren Verkauf eine kärgliche Existenz sichert, das einhergeht mit Erniedrigung und Kuschen.

Das sei im Allgemeinen kein Thema der Poesie, sagt der Schriftsteller und Kritiker Neven Staničić bei der Präsentation von Ferse in Tivat, Paulinas Heimatstadt. Und dieser Umstand sei sehr fragwürdig.

(Zitat: Radio Tivat)

Einige ihrer Gedicht zum Thema Arbeit hat Paulina ja im kroatischen Portal Lupiga vorgestellt, Balkan Stories hat sie auszugsweise übernommen.

(Diese in Deutschland entstandenen Werke sollen demnächst als eigener Band und möglicherweise in deutscher Übersetzung erscheinen.)

Das klingt danach, als könnten Paulinas nächste Werke auch jenes Interesse auslösen, das Ferse bestimmt war.

Paulina Lanzerotti signiert ihre Gedichtbände. Foto: Dragan Redžo, Radio Tivat

Schriftstellerisch und finanziell wäre das großartig.

Würde es doch einer jungen Dichterin ermöglichen, ihr Talent und ihr Interesse zur Arbeit zu machen.

Und nicht in einer deutschen Fabrik arbeiten zu müssen, um überleben zu können.

Dem Publikum hoffentlich nicht nur in ihrer Arbeit würde das einigen Stoff zum Nachdenken geben.

Fotos: (c) Dragan Redžo, Radio Tivat