Das Skandalflüchtlingslager von Vučjak bei Bihać in Bosnien ist weder Zu- noch Unfall. Dass Menschen in einem Lager interniert werden, ihnen die Verantwortlichen Wasser und Essen streichen, ist Ergebnis einer langen Eskalationspolitik. Begonnen hat sie mit menschenfeindlicher Rhetorik. In einer aufrüttelnden Rede hat das Aktivist Petar Rosandić (alias Kid Pex) herausgearbeitet. Hier gibt es sie zum Nachsehen.

Vučjak hat viele Väter. Nicht nur bosnische.

So sehr die Teilnehmer der Free Vučjak-Demo am Montag in Wien (siehe HIER) auch zu Recht den Bürgermeister von Bihać dafür verantwortlich machten, die Flüchtlinge auf der ehemaligen Müllhalde zynisch zu instrumentalisieren – so sehr muss man es als Ergebnis einer langen und gewollten Eskalation betrachten.

Einer Eskalation, die in der Rhetorik der österreichischen Politik seit Jahr und Tag vorbereitet wird, in den Prügeln der kroatischen Polizei auf Flüchtlinge aus Bosnien weitergeht, die die Festung Europa schützen sollen, und darin gipfelt, dass ein Bürgermeister ankündigt, Flüchtlinge in einem Lager nicht mehr mit Essen und Wasser zu versorgen.

Oder, sie weniger euphemistisch formuliert, verhungern und verdursten lässt, bis ihm bosnische Behörden nicht endlich das Geld geben, das er von ihnen haben will.

Auch wenn diese Zusammenhänge allen Teilnehmenden der Demo vom Montag klar waren – am deutlichsten hat Petar Rosandić (alias Kid Pex) herausgearbeitet, wie die menschenfeindliche Rhetorik zur menschenfeindlichen Politik wird.

Video und Ton: (c) Schurlichecker (Georg Hochecker) Wien

Balkan Stories berichtete in den vergangenen Monaten mehrfach ausführlich über die Situation in Vučjak. Für einen Überblick, siehe HIER.