Der neue Bevölkerungsbericht der UN sagt den mittelbaren Kollaps der Gesellschaften im ehemaligen Jugoslawien voraus. Die Bevölkerung in der Region soll sich bis 2100 halbieren. Bei genauerem Hinsehen erweisen sich diese Prognosen sogar als optimistisch.
Am Dienstag ist der internationale Gedenktag für die Opfer des Völkermords von Srebenica. Soldaten der Armee der Republika Srpska unter Ratko Mladić ermordeten im Juli 1995 unter den Augen von UN-Soldaten 8.372 muslimische Buben und Männer in der ostbosnischen Stadt. Zum Gedenken – und Nicht-Gedenken an dieses Verbrechen gibt es viel zu sagen.
Ihre Heimatstaaten mögen eine noch so unterschiedliche geopolitische Ausrichtung haben – im ehemaligen Jugoslawien beziehen sich immer noch viele Menschen positiv auf die Bewegung der Blockfreien. Im neuen Konflikt zwischen zwei Blöcken kommt der Erinnerung an sie vielleicht auch neue Relevanz zu. In einem Gastbeitrag gibt die Soziologin Katharina Hrvacanin einen spannenden Überblick über die Geschichte der Bewegung der Blockfreien, die untrennbar mit Jugoslawien verbunden ist.
Schuldig des Völkermords von Srebrenica und Kriegsverbrechen in anderen Teilen Bosniens. So lautet das Urteil des Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) am Mittwoch gegen Ratko Mladić. Mladić war Befehlshaber der Streitkräfte der Republika Srpska während des Bürgerkriegs in Bosnien. Das Schlachten von Srebrenica, dem 8.000 Bosnjaken zum Opfer fielen, hat er selbst angekündigt.
Das Referendum in der bosnischen Teilrepublik Republika Srpska über einen eigenen Nationalfeiertag hat Besorgnis ausgelöst, das gespaltene Land könne weiter destabilisiert werden und der Nationalismus weiter erstarken. Autor Dragan Plavšić von der Seite Left East analysiert in einem Essay die Hintergründe des Referendums aus linker Perspektive und erklärt die Dynamik des innerbosnischen Konflikts und wie sie von internationalen Interessen verstärkt wird. Balkan Stories veröffentlicht den Text mit freundlicher Genehmigung des Autors und von Left East.