Christoph Baumgarten und der Fotograf Kramar auf einer Autofahrt.

Danke euch für 2025

2025 war trotz vorübergehender Krise eines der erfolgreichsten Jahre für Balkan Stories. Ohne die Unterstützung meiner Leser und Spender wäre das nicht möglich gewesen.

Das Reisejahr 2025 war intensiv. Nie vorher konnten Balkan Stories-Leser in einem Jahr aus so vielen unterschiedlichen Ländern Reportagen lesen oder Fotoreportagen sehen: Mit Ausnahme von (Nord-)Mazedonien und dem Kosovo habe ich 2025 alle Nachfolgestaaten Jugoslawiens bereist.

Die mit Abstand erfolgreichste Geschichte des heurigen Jahres war die zum 80. Todestag von Vladimir Valter Perić. Zwar stammten Elemente dieser Reportage aus einem Besuch in Sarajevo im Vorjahr, aber immerhin.

Auch viel Beachtung fand diese Analyse der katastrophalen Bevölkerungsstatistiken Bosniens. Unter dem Titel „So schnell stirbt Bosnien“ ging Balkan Stories als erstes Medium überhaupt der Frage nach, wie die Agencija za Statistiku Bosne i Hercegovine (BHAS) zu ihren tatsächlichen und realistischeren Bevölkerungszahlen kommt, die um fast ein Drittel niedriger sind als die offizielle Einwohnerzahl.

Auch dieser Beitrag über einen traurigen Anlass wäre nicht der gleiche ohne einen Aufenthalt in Serbien kurz davor. Am 21. März berichtete Balkan Stories als erstes deutschsprachiges Medium über den Tod von Vukašin Crnčević. Er war das 16. Opfer der Katastrophe von Novi Sad am 1. November 2024. Balkan Stories war übrigens das einzige deutschsprachige Medium, das den Namen des Opfers nannte. Das geschah, um seine Würde zu bewahren.

Bleiben wir bei Serbien: Viel Aufmerksamkeit hat diese Reportage aus Beograd über die bislang größte Demo in der Geschichte des Landes am 15. März erregt. Das gilt auch für den Foto-Essay von Kramar über die Großdemo.

Nahaufnahme eines Mannes mit Bart, der einen Lanyard mit der Aufschrift '15. MART' im Mund hält. Er trägt eine beige Jacke und steht in einer Menschenmenge.
Foto: (c) Kramer, Kollektiv Fischka

Eine viel gelesene Reportagereihe über den Stand der serbischen Massenproteste gibt es auch aus dem Juni aus Novi Sad (siehe hier) und aus Beograd (siehe hier).

Schon fast traditionell die Fotoreportagen über das heurige Hercegnovski Strip Festival. Die gab’s in gleich mehreren Teilen (Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4) dazu kommt eine Vignette.

Ein Mann tanzt sorglos vor einer Bar im Freien, während eine Frau mit ihrem Smartphone ihn filmt. Im Hintergrund sind weitere Gäste und die Barbeschilderung sichtbar.
Organisator Nebojša Mandić auf einem Event des Hercegnovksi Strip Festival

Aus Ljubljana kam die diesjährige Reportage zum Dan Republike. Sie beschäftigt sich mit der widersprüchlichen Haltung der slowenischen Gesellschaft zum Umgang mit Jugoslawien.

Das Partisanendenkmal am Trg Republike in Ljubljana hat die Form eines Flügels.

Zum Schluss dieses eher arbeitsintensiven Jahres habe ich euch mit einer Reihe von Geschichten aus Zagreb geradezu geflutet. Der Srđan Aleksić-Preis, eine Ehrung für kritischen und unabhängigen Journalismus in der Region, musste schnell raus. Balkan Stories hat übrigens als einziges Medium von außerhalb der Region über diese Auszeichnung berichtet.

Auch die eher nebenbei entstandenen Fotos des Zagreb Advent waren idealerweise vor Weihnachten zu veröffentlichen.

Menschen während der Weihnachtszeit in einer Stadt, mit einem großen Weihnachtsbaum im Hintergrund. Ein Kind in einem bunten Winteroutfit steht neben einem Maskottchen in einem Hasenkostüm und zeigt auf einen Weihnachtsmann. Um sie herum sind weitere Personen und festliche Dekorationen zu sehen.

Dann liegen Tonnen von Material bei mir, unter anderem auch aus Ulcinj und Zvornik. Auch Material aus Sarajevo, Novi Sad, Banja Luka, Budva, Beograd und Ljubljana harrt der Bearbeitung. Das alles nur aus Jahr 2025.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass einige Vignetten mit Material aus dem Jahr 2024 ausständig sind. 2025 war dynamischer als vorherzusehen. Zwei große Themenbereiche waren vorrangig, und ich habe die Arbeit an anderen Beiträgen für sie hintangestellt: Die Massenproteste in Serbien, und zuletzt die offiziellen Ermittlungen zur so genannten Sarajevo Safari.

Ohne Euch wäre das nicht möglich

Ohne die Hilfe meiner Leserinnen und Leser und Spenderinnen und Spender wäre das nicht möglich.

Zuletzt hat mir etwa Lisa Sinowatz die größte Einzelspende bisher für Balkan Stories gegeben. Ganz herzlichen Dank.

Regelmäßige Unterstützer via BuyMeaCoffee sind:

Dalibor Bošnjak

Hana Ćopić

Renato Čiča

Dagmar Schulz

und Kramar

Regelmäßige Einzelspenden kommen von

Susanna Belohlavek

Johannes Denk

und Karmen Jerbić

Euch allen ein herzliches Danke.

Ganz herzlichen Dank auch an Balkan Stories-Kooperationspartner Lupiga.

Was mit Eurem Geld passiert

Mit diesen Spenden kann ich die Kosten für Domain, Speicherplatz, e-mail-Konto etc. finanzieren, also die technischen Kosten für Balkan Stories. Das ist eine große Hilfe und Anerkennung meiner Arbeit.

Diese Spenden haben mir auch ermöglicht, auf ein etwas leistungstärkeres Paket bei WordPress umzusteigen.

Auch ein neuer Laptop stand vor Kurzem an. Den verwende ich praktisch ausschließlich auf meinen Balkan-Reisen. Die kommen zu einem guten Teil diesem Blog zugute. Der Akku des alten Geräts gab langsam den Geist auf.

Den habe ich aus meiner eigenen Tasche finanziert, meine Reisen sowieso.

Das sage ich nicht, um euch vollzusudern. Es soll nur eine realistische Perspektive eröffnen.

Ein Einblick in meine Arbeit und ein Ausblick auf 2026

Die Arbeit an diesem Blog mache ich in meiner Freizeit. Das gilt für die Reisen – oder den Teil, der vorwiegend der Arbeit an Balkan Stories dient – ebenso wie für sonstige Recherche oder das Schreiben der Texte.

Um vielleicht ein Beispiel zu geben: In den zwei Geschichten zu den Dani Srđana Aleksića in Zagreb bzw. zum Srđan Aleksić-Preis für Journalismus stecken an die 30 Stunden Arbeit. Gut und gerne 12 Stunden für die An- und Rückreise, mehr als 12 Stunden auf der zweitägigen Konferenz, wohl um die drei Stunden, um die Fotos hochzuladen und zu bearbeiten und um die drei Stunden für das Schreiben.

Meine Fotos habe ich der Konferenz und allen Teilnehmern kostenfrei zur Verfügung gestellt. Es ist eine tolle Initiative. Ich betrachte das als meinen Beitrag.

2026 hoffe ich, die bestehende Kooperation mit dem Lupiga zu vertiefen. Zwei, drei weitere regionale Medien stehen als Kooperationspartner in Aussicht. Wenn sie zustandekommen, werden diese Koops rein redaktionell sein, nicht finanziell.

Gleichzeitig hoffe ich, die Zeit zu finden, um etwas strukturierter an mein Archiv heranzugehen. In den knapp 900 Beiträgen seit Gründung von Balkan Stories finden sich einige Beitragsreihen, die nach wie vor relevant sind, und besser präsentiert werden könnten.

Das Fotoarchiv umfasst mittlerweile mehr als 30.000 Bilder. Auch daraus könnte und sollte ich mehr machen.

Geschichten liegen ohnehin zuhauf auf Halde.

Streng genommen bräuchte ich gut und gern einen Monat Freizeit, um das halbwegs gut aufzuarbeiten – und jemanden, der mich bei Planung und Organisation unterstützt. Beides ist eher illusorisch, aber wir werden das Beste draus machen.

Wie Ihr Balkan Stories unterstützen könnt

Womit ihr mich unterstützen könnt, ist eigentlich ziemlich einfach: Ihr könnt mithelfen, Balkan Stories relevant zu halten.

Schickt mir Feedback, kommentiert unter den Geschichten, lasst mich wissen, was ihr über die Beiträge hier denkt.

Und wenn euch etwas besonders gefällt, oder wenn ihr der Meinung seid, dass ein Beitrag hier besonders diskussionswürdig ist, teilt ihn bitte in euren sozialen Netzwerken. So helft ihr meiner Arbeit, mehr Menschen zu erreichen. Und leistet einen Beitrag, der Balkan Stories hilft, seinen Kernauftrag zu erreichen: Ein wenig mitzuhelfen, die Stereotype über die Menschen aus der Balkanregion aufzubrechen, und ein realistischeres Bild in der Öffentlichkeit zu zeichnen.

Danke euch.

Wir lesen uns 2026. Oder vielleicht schon vorher.

Titelfoto: Mit Kramar (Kollektiv Fischka) auf dem Weg nach Beograd. Foto: (c) Kramar


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