In Herceg Novi in Montenegro ist Freitagabend die neueste Ausgabe des größten Comics-Festivals im ehemaligen Jugoslawien eröffnet worden: Das Hercegnovski Strip Festival. Auch heuer punktet die Veranstaltungsreihe mit internationalen Stars der Szene.
Es ist beachtlich, welch Trubel in einer kleinen Küstenstadt am Ende der Tourismussaison herrschen kann. Noch dazu nur wenige Tage nach dem Ende eines größeren Filmfestivals.
Hunderte Besucher drängen sich bei der Eröffnung des diesjährigen Hercegnovski Strip Festival auf einem kleinen Platz zusammen: Comic-Künstler aus der ganzen Welt, Verleger, Fans, Botschafterinnen und Botschafter mehrerer Staaten, die Vertretung der EU in Montenegro.

Und das sind nur die, die nicht gleichzeitig die Ausstellungen in den naheliegenden Gallerien „Josip Bepo Benković“ und „Sue Ryder“ besuchen.
Bietet die erste traditionell eine Leistungsschau der zwölf Sondergäste des größten Comics-Festival im ehemaligen Jugoslawien, sieht man in der Galerija Sue Ryder eine Hommage an den italienischen Autor und Zeichner Hugo Pratt.





Der hat die beliebte Figur Corto Malteste erfunden – übrigens eine der Lieblingsserien von HSF-Organisator Nebojša Mandić.
Nebojša und Co-Organisatoren Jovan Subotić und Vladimir Simkić ist es heuer erneut gelungen, internationale Stars der Comics-Szene zum HSF zu bringen. Angesichts der beschränkten finanziellen Mittel des Festivals kann man das Line Up nur als beeindruckend bezeichnen: Valeria Burzo, Jean-Charles Poupard, Yuri Landman, Kary Randolph, um nur einige zu nennen.





Und natürlich Eduardo Risso, der Großmeister aus Argentinien. Über die Ankündigung seiner Teilnahme hat Balkan Stories im Dezember berichtet.

„Für mich war da entscheidend, wie sehr mir Jill Thompson das Festival empfohlen hat“, schildert Eduardo in einem persönlichen Gespräch am Abend vor der Eröffnung des HSF. Jill war im Vorjahr eine der Special Guests des Festivals.

Nicht nur die legendäre zwanglose Atmosphäre macht das HSF für Künstler wie Eduardo ansprechend. Auch, dass das HSF ausgesprochen nicht-kommerziell ist, tut es. Eduardo arbeitet daran, in Rosario in Argentinien mit dem Crack Boom Bang-Festival eine ähnliche Veranstaltungsreihe zu etablieren.
Man darf davon ausgehen, dass er, Nebojša und Jovan in den nächsten Tagen wohl auch über die organisatorischen Herausforderungen eines solchen Festivals plaudern werden.

Das HSF ist wie immer ausschließlich von Sponsoren bzw. durch Kulturförderungen finanziert. Alle Ausstellungen und Veranstaltungen des Festivals sind kostenlos. Das aktuelle Programm der mittlerweile 19. Ausgabe des HSF findet ihr hier.
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