In Bulgarien zieht Kunst im öffentlichen Raum. Und das im Wortsinn. Graffitikünstler Nasimo hat im Auftrag der bulgarischen Staatsbahn BDZ eine Lokomotive gestaltet. Die sieht nicht nur toll aus – der Auftrag signalisiert auch, dass auch in Bulgarien Straßenkunst Anerkennung zuteil wird.

Schnittig und bunt sieht sie aus, Nasimos Lokomotive.

Auf der einen Seite der Löwe als bulgarisches Nationalsymbol und stilisierte Räder als Logo der bulgarischen Staatsbahn BDZ.

Auf der anderen Seite ein Frauengesicht, eines von Nasimos liebsten Motiven.

Für den bekannten Graffitikünstler war der Auftrag ein großer Schritt.

„Als ich vor 25 Jahren mit Graffitis begonnen habe, bin ich in die Verschubstation eingebrochen und habe mit meinem Namenszug die Züge verunstaltet“, schreibt er auf seiner Facebook-Seite.

Damals war er 15.

In den 25 Jahren haben er und die bulgarische Gesellschaft sich weiterentwickelt.

Was früher als Vandalismus galt, hat heute zurecht einen Stellenwert als Kunst im öffentlichen Raum bekommen.

Foto: (c) Nedelcho Hazarbasanov

Diese Entwicklung hat es auch in anderen Balkanstaaten gegeben.

Banja Luka in Bosnien etwa ist voller Wandgemälde.

Auch in Novi Pazar, Beograd oder Prishtina sieht man zahlreiche Werke von Graffitikünstlern.

In Sarajevo beginnt die Bewegung erstaunlicherweise erst jetzt richtig. Auch wenn der berühmte französische Künstler Monsieur Le Chat seine Spuren schon vor Jahren hinterlassen hat.

Auch in Wien, das viele nicht zu Unrecht zum Balkan zählen, freundet man sich mit dieser Art von Straßenkunst an.

Bis Graffiti hierzulande den Stellenwert bekommen, der ihnen gebührt, wird es aber voraussichtlich etwas dauern.

Nur ned hudeln war schon immer Wiener Devise.

Aber vielleicht geht’s ja schneller, wenn Nasimos Lok einen Zug nach Österreich bringt.

Alle Fotos: (c) Nedelcho Hazarbasanov, zur Verfügung gestellt von Nasimo

Mehr von Nasimos Werken findet ihr HIER auf seiner Homepage und HIER auf seinem Youtube-Kanal.