Am Freitag erwartet Rock-Fans und die Wiener Balkan-Community eine der wahrscheinlich spannendsten Buchpräsentationen des Jahres. Petar Janjatović, gewissermaßen Prophet des YU-Rock wird seine neu aufgelegte (Ex-)YU-Rock Enciklopedija vorstellen. Sie ist das Standardwerk für die Musikrichtung schlechthin.

Buchpräsentationen für die immerhin 200.000 Menschen mit Wurzeln in Ex-Jugoslawien allein in Wien haben Seltenheitswert. Für die Enciklopedija YU Rock trifft das umso mehr zu.

Beschreibt sie doch eine Musikrichtung, die es in Wien nur mehr in beinahe homöopathischen Dosen gibt – hervorragenden jungen Bands wie Think Freud! zum Trotz.

Vielleicht hilft der Auftritt von Petar Janjatović, das ein wenig zu ändern. Der Beograder Musikjournalist ist einer der anerkannten Experten für YU-Rock. Die Spielart des Rock, die sich seit den 60-ern im damaligen Jugoslawien herausgebildet hatte. Von Cover-Versionen westlicher Hits bis zur genuin eigenständigen Musikrichtung.

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Das Standardwerk für YU-Rock

Seine Blüte hatte der YU-Rock zwischen Mitte der 70-er und Mitte der 80-er. Ab dann begann sich der verkitschende Turbo Folk herauszubilden, der den Aufstieg des Nationalismus ankündigte.

Bis heute stehen die beiden Musikrichtungen einander antagonistisch gegenüber, gelegentlichen personellen Überschneidungen zum Trotz. In der österreichischen Dijaspora ist bis heute Turbo Folk die dominante Musikrichtung. Auch wenn sich nach Meinung mancher ein Revival des YU-Rock abzuzeichnen beginnt.

Petar trägt die Geschichte des YU-Rock seit den 90-ern zusammen. Seine aktuelle Enciklopedija ist die nunmehr vierte Auflage, die Wissenswertes zu allen relevanten Bands der Musikrichtung zusammenträgt, launige Details inklusive.

So erfährt man, dass sich die später umstrittene Band Riblja čorba nicht zwingenderweise nach der bekannten Fischsuppe benannt hat.

Die Enciklopedija gilt als DAS Standardwerk für YU-Rock schlechthin.

Die Präsentation beginnt um 20 Uhr im Design Club Wien in der Prinz Eugen Straße 70/1. Bei große Publikumsandrang wird es am Samstag eine zweite Präsentation um 17 Uhr geben.