Balkan Stories ist in Prishtina Zeuge eines echten Wunders geworden. Um alle Zweifel zu beseitigen, hat dieser Blog das unglaubliche Geschehen fotografisch dokumentiert.

Es ist nicht zu fassen. Die Polizei lässt an einer Ecke der Rruda UÇK ein Auto abschleppen.

Dass Parkverbote gegen Autofahrer durchgesetzt werden, ist in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens beinahe so unwahrscheinlich wie die Marienerscheinungen von Medjugorje.

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Ihr glaubt nicht, dass derlei geschieht? Dieses Foto sollte alle Zweifel an der Authenzität des Wunders beseitigen.

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Das ist kein Fake

Die albanische Zusatztafel zum Parkverbotsschild („Gilt auch am Parkplatz“) sollte ausreichen, um die Echtheit dieser Fotos zu beweisen.

Man beachte auch die sichtbaren Nummerntafeln im ersten Bild.

Sie beginnen mit 01. Das ist das kosovarische Ziffernkürzel für Prishtina.

Es bedarf nicht zwangsläufig eines Glaubens an übernatürliche Wesen, um dieses Wunder zu erklären.

Die Annahme, wenigstens gelegentlich käme auf dieser Welt die Vernunft zum Zug, erscheint angesichts der jüngsten Entwicklungen nicht nur in Ex-Jugoslawien, beinahe genauso absurd.

Unter den Einwohnern Prishtinas hat sich das Wunder schnell herumgesprochen.

Es muss nicht Anjezë Gonxhe Bojaxhiu sein

Nicht alle führen es auf die Intervention von Anjezë Gonxhe Bojaxhiu, in deren Künstlernamen Mutter Teresa erst am Vortag des Wunders eine Kathedrale in der kosovarischen Hauptstadt eröffnet worden war – gleichwohl es vielen als nicht ausgeschlossen gilt, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen den Gebeten zur katholischen Heiligen und dem Abschleppen bestünde.

Man wolle eben gemeinsam mit Banja Luka Vorbild bei der sichtbaren Durchsetzung von Recht und Ordnung wenigstens im Straßenverkehr sein, sagt eine Bewohnerin Balkan Stories.

Das alleine bedürfe außergewöhnlicher Anstrengungen. Dass die Polizei angesichts dieser wundersamen Tätigkeit keine Zeit habe, die Korruption zu bekämpfen, müsse man verstehen. Das sei in Banja Luka nicht anders.

Dass man nicht alles haben könne, sei sie als Bewohnerin eines der Nachfolgestaaten Jugoslawiens leider gewöhnt. Auch wenn einem die internationale Gemeinschaft ständig ausrichte, wie toll es den Leuten gehe.