Das ist kein Aufruf, sich die Welt erträglich zu saufen. Auch wenn das nie eine schlechte Idee ist. Das ist der Grundgedanke hinter einem deutsch-bosnischen Bierbrauprojekt.

Wie bringt man Menschen zusammen? Mit einem Bier, was sonst?

Das denkt sich das Team des Berliner Start up drinkforpeace. Der Name sagt eigentlich alles. Fast alles.

Gegründet von Samir Kadunić, der als Kind aus Bosnien nach Deutschland flüchtete, und dem Ökonomen Martin Duchowski plant das Unternehmen, ein Craftbeer herstellen zu lassen, mit dessen Erlös Friedensprojekte finanziert werden.

„Meine Wurzeln stammen aus dieser Region. Deshalb weiß ich, dass Konflikte nicht abrupt aufhören hören, nur weil die Waffen schweigen“, sagt Samir Kadunić.

Erstes Projekt: Mostar Rock School

Erster Programmpunkt ist die Mostar Rock School. Sie bringt Jugendliche der geteilten Stadt ungeachtet ihrer ethnischen Zugehörigkeit zusammen. Nach dem Rückzug internationaler Sponsoren steht das Projekt vor dem Aus.

drinkforpeace könnte eine der Kampagnen sein, die das Überleben dieser Schule ermöglichen.

10 Cent pro verkaufter Flasche Bier sollen an die Schule gehen, verspricht das Unternehmen.

Später sollen Gemeinschaftsseminare für Studierende in der Region finanziert werden. Bis heute kommen wegen des ethnisch segregierten Bildungssystems in Bosnien Kinder und Jugendliche verschiedener Ethnien kaum in Kontakt miteinander.

Das ist nicht der einzige Aspekt des Projekts, der Menschen zusammenbringen soll.

Das Rezept für das Bier hat das Team von drinkforpeace gemeinsam mit Brauern aus ganz Ex-Jugoslawien entwickelt – und mit Unterstützung des Biersommeliers Oliver Wesseloh. Es heißt Yugoslavian Pale Ale, kurz YU.P.A.

Das Startkapital wird über Crowdfunding gesammelt

Weder das Brauen noch der Vertrieb finanzieren sich alleine. drinkforpeace versucht mit Crowdfunding das nötige Startkapital für das nach Eigenangaben friedlichste Bier der Welt zusammenzubekommen.

Das Crowdfunding läuft bis Ende Jänner.

Mindestens 10.000 Euro sind nach Angaben des Unternehmens für das Brauen in Deutschland nötig. Um das Bier ökonomisch produzieren zu können, müssten mindestens 15.000 Flaschen abgefüllt werden, heißt es.

Die bosnischen, serbischen und kosovarischen Partnerbrauereien stellen das Bier jeweils regional her.

Trotz einheitlichen Rezepts – nach deutschem Reinheitsgebot – wird es regional etwas unterschiedlich schmecken, sagt Initiator Martin Duchowksi. „Den Unterschied macht der aromatische regionale Hopfen, der dem Bier ein einmaliges Geschmackserlebnis verleiht.“

Die Produktion soll im Februar beginnen. Im März geht das Bier in den Vertrieb.

Wer Geld für das Projekt gespendet hat, wird ein paar Flaschen schon vorab genießen können.

Infos, wie man das Projekt unterstützen kann, gibt’s hier.

Titelfoto: Lena Eberhardt, drinkforpeace

Eine ausführliche Reportage über die geteilte Stadt Mostar findet ihr in den nächsten Tagen auf Balkan Stories.