Am Samstag sind Millionen Frauen auf der ganzen Welt marschiert. Gegen Sexismus, Intoleranz und Hass, wie sie der neue US-Präsident Donald Trump verkörpert. Auch in Ex-Jugoslawien gingen Frauen auf die Straße.

Dieses Video zeigt eine Protestaktion der Organisation Libela in Zagreb. Die Mitglider erklären sich solidarisch mit den Frauen der USA, die befürchten, dass der neue Präsident Donald Trump einen gesellschaftlichen Rollback einleitet.

Trump hatte im Wahlkampf unter anderem sexistische Aussagen getätigt und das Recht auf Abtreibung infrage gestellt.

Das kennen gerade kroatische Frauen. Im Vorjahr gingen mehrmals tausende Frauen gegen die konservativ-nationalistische Regierungspartei HDZ auf die Straße. Immer wieder stellen Funktionäre der HDZ oder der mit ihr verbündeten katholischen Kirche Frauenrechte infrage.

Frauenrechtsaktivistinnen befürchten auch, dass das liberale kroatische Abtreibungsrecht ähnlich wie in Polen zur Disposition gestellt werden könnte.

Die Zagreber Aktion wirkt kleiner, als sie ist. Gefilmt wurden nur die Rednerinnen. Insgesamt gingen mehrere dutzend Frauen auf die Straße. Angesichts der Tatsache, dass im Vorjahr mehrfach Großproteste organisiert wurden, ist das eine erstaunlich hohe Zahl.

Der Protest zeigt, dass die Frauen Ex-Jugoslawiens auch nach der reaktionären und nationalistischen gesellschaftlichen Wende in den meisten Nachfolgestaaten nach wie vor selbstbewusst sind und bereit, ihre Rechte zu verteidigen – und die Rechte aller Frauen weltweit.

Dass Bewusstein, dass der Kampf um Frauenrechte nur ein internationaler sein kann, ist noch aus den Zeiten des ehemaligen Jugoslawien tief verwurzelt.

Titelfoto: (c) Wendy Herman, CC-Lizenz CC BY 2.0, gefunden auf flickr.com