Mitten in der Covid-19-Krise ist es am Dienstag im Krankenhaus von Bihać in Bosnien zu einer Explosion gekommen. Sie zerstörte zumindest Teile der mikrobiologischen Abteilung. Das Krankenhaus spielt die Explosion herunter. Die Bevölkerung reagiert mit schwarzem Humor.

Als würde es nicht reichen, dass es in Bihać den ersten bosnischen Corona-Toten gibt und im ganzen Kanton Una Sana nur fünf Beatmungsgeräte zur Verfügung stehen.

Am Montag explodierte nach Angaben des Krankenhauses in Bihać ein Sterilisationsgerät in der mikrobiologischen Abteilung.

Krankenhausleitung und Polizei sprechen von einer kleinen Explosion.

Fotos, die das regionale Infoportal USKInfo veröffentlicht hat, zeigen, dass das höflich formuliert eine optimistische Darstellung ist.

Zumindest ein größerer Raum im ersten Stock des Spitals wurde zerstört.

Selbst das Video, das nur Außenaufnahmen zeigt, lässt die Frage offen, welches Wörterbuch die Spitalsleitung benutzt, um das Wort „klein“ zu definieren.

Die Arbeit des Krankenhauses sei nicht beeinträchtigt, auch die mikrobiologische Abteilung laufe weiter, zitieren Medien Hajrudin Havić, den Direktor des Spitals.

Schwarzer Humor

Die Bevölkerung quittiert diese Meldungen mit schwarzem Humor.

„Das war die Sonderbehandlung für das Corona-Virus“, kommentiert ein User auf klix.ba.

Ein anderer: „Da wurde eine Sterilisation durchgeführt. Die Explosion überlebt kein Corona“.

„Kleine Explosion ist ein Code für: Eine 120 Millimeter-Mörsergranate fiel in den Raum“, mutmaßt ein anderer Leser.

Explosion und Covid-19 sind freilich nicht die einzigen Probleme der Region.

Situation für Flüchtlinge wird immer schlimmer

Die Flüchtlinge, die in der Region auf eine Möglichkeit warten, in die EU zu kommen, werden immer schlechter versorgt.

Das ist eine Nebenwirkung der drastischen Maßnahmen, die die Regierung des bosnischen Teilstaats Federacija gegen Corona erlassen hat.

Ein Video, das SOS Balkanroute am Dienstag veröffentlichte, dokumentiert die Situation, in der sich die Geflüchteten befinden.

Wie ihr helfen könnt

Diese Organisationen und Initiativen sind aktiv, um den Menschen in der Region zu helfen.

Srce za Krajinu (Herz für die Krajina) (sammelt Geld für ein Beatmunsgerät für das Krankenhaus Bihać)

SOS Balkanroute

We Help

Ebenfalls aktiv ist SOS Bihać, das von Dirk Planert mitbegründet wurde.

Spenden an jede dieser Organisationen kommen direkt den Flüchtlingen in Bosnien zugute.

Kontonummern findet ihr in den Links.