Im ehemaligen Jugoslawien ist Matura-Zeit. In Banja Luka in Bosnien feiert man die Reifeprüfung der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten öffentlich. Ihre Parade ist ein Spektakel, zu dem die halbe Stadt auf den Beinen ist.

Sie haben es geschafft und das feiern sie mit einer Parade, zu der sie die Stadt einladen.

Die Abschlussprüfung des Gymnasiums, die im ehemaligen Jugoslawien wie in Österreich Matura heißt.

In Abordnungen nach Schule und Klasse marschieren die erfolgreichen Maturantinnen und Maturanten durch das Stadtzentrum von Banja Luka.

Begleitet von Eltern, Großeltern, Geschwistern und Freunden.

Vor allem die Kleider der Maturantinnen machen die Parade zu einem farbenprächtigen Spektakel.

Die Fassade der Christ-Erlöser-Kirche ist beliebtes Fotomotiv.

Dass die halbe Stadt auf den Beinen ist, bringt nicht nur Chronikfotografen ins Stadtzentrum.

Aus Vranje in Ostserbien reist jährlich eine Roma-Band an.

Sie spielt gegen Bakschisch. Wer will, gibt Geld. Wer nicht will, eben nicht.

„Wir waren eineinhalb Tage unterwegs“, erzählt mir ein Bandmitglied. „Unser Bus ist eben ziemlich alt, da geht’s nicht so schnell. Aber wir verdienen genug hier, dass es sich auszahlt.“

Die Tradition der öffentlichen Matura-Parade scheint einzigartig für Banja Luka zu sein.

In Sarajevo und in Beograd etwa gibt es das nicht.

Sollte es auch anderswo solche Paraden geben – Balkan Stories und seine Leserinnen und Leser sind für Hinweise dankbar.