Im ehemaligen Jugoslawien ist der Mangel an öffentlichem Verkehr ein echtes Problem. Die Stadtregierung von Zenica in Zentralbosnien setzt ein ambitioniertes Verkehrsprojekt dagegen. Wie ambitioniert, ist kaum zu glauben.

Der Bus der Verkehrsbetriebe von Zenica kommt am Busbahnhof an.

Zufällig sitze ich im Schanigarten des Cafes im Busbahnhof.

Und traue meinen Augen nicht.

Als Endstation nennt diese Linie tatsächlich den Busbahnhof Wien Mitte.

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Das ist weiter, als ich mit sonst irgendeinem Stadtverkehr der Welt komme.

Zumal die Route mit Neusiedl am See und über Schwadorf nicht die kürzest mögliche ist.

Die weite Strecke macht Sinn. Viele Auswanderer aus Zenica leben in Wien.

Die Fahrt nimmt offensichtlich einige Zeit in Anspruch.

Seitdem der Bus seine Endstation in Wien Richtung Heimatstadt Zenica verlassen hat, ist der Busbahnhof Wien Mitte aufgelöst worden.

In Wien weiß kaum noch jemand, dass es ihn je gegeben hat. Alle Passagiere scheinen die Reise sicher überstanden zu haben.

Wann das Schild mit der neuen Endstation angebracht wird, war nicht in Erfahrung zu bringen.

Auch nicht, ob das Gefährt, das die österreichische Postbusgesellschaft der Stadt Zenica schenkte, den neu zu bauenden Busbahnhof ansteuert oder ob sich noch eine Fahrt zum kleineren Busbahnhof am Hauptbahnhof ausgeht, der vor Jahren Wien Mitte ersetzte.

Weitere Busse des Stadtverkehrs von Zenica geben Haltestellen in Schweden als Endstation ihrer Linien an.

Damit dürfte die Stadt das wohl ambitionierteste Nahverkehrsprogramm der Welt haben.

Zenica ist eben überall.

Dass man nicht einmal die Beschriftung der seinerzeit gespendeten Busse austauschen wollte, ist natürlich auszuschließen.