Kroatien sucht seinen letzten Serben. Zu verdanken ist das Regisseur Predrag Ličina. Er hat mit seinem ersten Spielfilm Posljednji Srbin u Hrvatskoj seine Heimat in ein apokalyptisches Szenario gestürzt, aus dem es nur einen Ausweg gibt.

Es gibt nicht viele Filme des Genres, die breit in Feuilleton und Tageszeitungen gewürdigt oder zumindest diskutiert werden.

Mit einer Zombiekomödie Kunst zu machen, ist kein leichtes Unterfangen.

Predrag Ličina habe mit Posljednji Srbin u Hrvatskoj (Der letzte Serbe in Kroatien, Poslednji Srbin u Hrvatskoj im serbischen Idiom) eine fantastische Wahl getroffen, die ewigen Probleme der kroatischen Realität darzustellen, schreibt etwa crol.hr.

Dabei würde das Szenario des Films Anderes nahelegen.

Kroatien ist bankrott. Die Klimakatastrophe hat Wasser teurer gemacht als Erdöl.

Die mächtigeren Staaten tun alles, um an die Flüssigkeit heranzukommen.

Da überlegen auch vorgebliche Verbündete, das kleine Kroatien über die Klinge springen zu lassen.

Als ob das nicht reichen würde, macht sich ein – vielleicht eingeschleuster – Virus unter den Kroaten breit, der sie zu Zombies macht.

Alle Kroaten? Nein.

Ein paar scheinen immun gegen die Krankheit zu sein.

Und so begeben sich die noch nicht vom Virus befallenen Kroaten auf die Suche nach jemandem, den viele am liebsten nicht existieren sehen würden: Kroatiens letzten Serben.

Bitterböse Satire

Dass der Film eine bitterböse Satire auf den kroatischen Nationalismus ist, versteht sich von selbst.

Wobei auch die Serben nicht als strahlende Helden rüberkommen, die sie nach Ansicht serbischer Nationalisten sein sollten.

Drei Jahre hat der in Kroatien geborene Regisseur an diesem Film gearbeitet. Es ist sein erster abendfüllender Streifen.

Das Titelfoto stammt übrigens von einem gemeinsamen Abend in Beograd, knapp nachdem er die Förderzusage für den Film erhalten hatte.

Mit den diversen Ressentiments in Ex-Jugoslawien hat Predrag Erfahrung.

Er selbst lebt heute in Beograd und kostet es dort immer wieder aus, besonders von ihrem Serbentum überzeugte Serben zur Weißglut zu bringen.

Wie er es mit ähnlich gelagerten Kroaten macht, wenn er wieder auf Heimatbesuch ist.

Es ist auch nicht das erste Mal, dass er die völkischen Verwerfungen im ehemaligen Jugoslawien aufs Korn nimmt.

Auch sein Science Fiction-Kurzfilm Teleport Zovko nahm sich des Themas an.

In vielen kroatischen Kinos läuft Posljednji Srbin u Hrvatskoj noch.

Auch in einigen deutschen Städten ist er angelaufen.

In Wien ist der Film ab 12. April zu sehen.