Balkan Stories ist auf Tour. Endlich. Leider hält es mich ein wenig vom Schreiben ab. Eine kurze Vorschau für die Leserinnen und Leser des Blogs ist drin. Streng genommen ist es eine Vorlese. Um euch einzustimmen, worauf ich ihr euch in nächster Zeit freuen könnt.

Ich bin seit wenigen Tagen in Beograd und zumindest seit heute denke ich, auch geistig angekommen zu sein. Ich erkunde die Stadt neu. Schmählicherweise war ich neun Jahre lang nicht hier.

Die Stadt hat sich verändert. Nicht nur zum Positiven. Freilich, einiges ist auch besser geworden. Die öffentlichen Verkehrsmittel zum Beispiel. Es gibt auch deutlich mehr Touristen als vor neun Jahren. Das schafft Arbeitsplätze.

Nur, ich bin mir nicht sicher, ob das uneingeschränkt positiv zu sehen ist. Meiner Meinung nach sind es mittlerweile zu viele. Gut, meine Perspektive ist auch eine spezielle. Als Balkan-Erkundender, als Reisender, bin ich nicht hierhergekommen, um Touristen zu sehen oder zu hören.

Allerdings, es freut mich, dass diese wunderbare Stadt auch bei anderen Menschen beliebt ist.

Der Touristenrummel und der Versuch, damit Geld zu machen, führt zu skurrilen Umständen. Četnik-Kappen liegen auf den kleinen Marktständen buchstäblich am gleichen Stapel wie Partisanen-Kappen mit dem roten Stern. Türkische Touristinnen marschieren am Kalamegdan mit Četnik-Kappen herum.

In Skardalija prallen die heile Touristen-Welt und die sozialen Probleme der Region mehrfach aufeinander. Wenn man genauer hinsieht, zumindest.

Ich habe herausgefunden, wo die Obdachlosen Beograds am liebsten schlafen. Oder zumindest einige von ihnen.

Ich habe alte Freunde getroffen und neue gemacht. Und einen Haufen interessanter Gespräche gehabt.

Dann gebe es noch eine Reihe weiterer, kleiner Geschichten zu erzählen. Ich bin mir sicher, dass ein paar weitere in den nächsten Tagen dazukommen.

Dass ich vorläufig keine Bilder liefere, liegt daran, dass ich auf meinem Notebook keine geeignete Bildbearbeitungssoftware habe. Und ehrlich gesagt, das Erkunden, Neu-Entdecken, Vertiefen in dieser Atmosphäre beschäftigt mich im Moment mehr als dieses kleine, wenn auch lästige, Problem.

Aber, es wird bestimmt in nächster Zeit einiges zum Schauen geben.