Auf den Advent sind sie offenbar sehr versessen, die Kroaten. Das sieht man unter anderem am Zagreb Advent. Ein Fotostreifzug.
Der Advent in Wien ist etwas für Amateure. Profis gehen nach Zagreb.
Der Jelačić plac, offiziell Trg bana Josipa Jelačića, ist zur Hälfte voll mit Hütten mit Handwerk, Souvenirs, Weihnachtskitsch und Gastroangebot.





Hier zeigt sich, dass das eine oder andere balkanische Stereotyp über Kroaten nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Alle Stände haben das akkurat gleiche Design. Leider kein K 67. Aber man kann nicht alles haben.



Am Wiener Rathausplatz ist das meines Wissens nach nicht der Fall.
Aus dem Rahmen fällt da vielleicht dieser Stand einer Kosmetikkette. Man ist sich nicht sicher, ob man sich nicht in der Jahreszeit geirrt hat.

Dass das ähnlich kommerzialisiert ist wie in Deutschland oder Österreich, überrascht nicht weiter. So hat hier ein internationaler Braukonzern eine Ausschankgarantie an jedem Stand – zu Preisen, die man in Wien vielleicht nicht am Christkindlmarkt aber in einem durchschnittlichen Beisel zahlen würde.
Das macht es für Weihnachtsmuffel wie den Betreiber dieses Blogs etwas schwierig. Aber Journalismus muss auch dorthin, wo es wehtut.

Auf dem Weg zum Europski trg wird es etwas verwirrend.
Die Stände sind nach wie vor nach Muster gebaut und aufgestellt. Allein, je nach Straßenabschnitt wechselt das konkrete Design.

Diese jeweiligen Abschnitte gelten auch als jeweils eigene Märkte.
Etwas unsicher, was er will, scheint dieser Stand am Europa Advent am Europski Trg.

Dem Anspruch nach bayrisch bietet er auch österreichische Spezialitäten wie Kaiserschmarren.
Wie überhaupt das kulinarische Angebot erstaunlich breit ist – und bei vielen Ähnlichkeiten anders als man das etwa in Wien haben würde.
Besonders beliebt sind Uštipci in mehreren Variationen. Ähnlich wie in Montenegro heißen sie hier Fritule.
Würstel gibt es hier ebenfalls reichlich.

Der eine oder andere bietet Langos an, Sarma und Fisch gibt’s reichlich, Maroni sowieso.
Und exotische Spezialitäten, die sich dem Außenstehenden nicht sofort erschließen.

Scherz beiseite, Germknödel scheinen hier sehr beliebt. In den Nebenstraßen scheint sie jeder zweite Stand zu haben. Oft mit Füllungen, die man in deutschsprachigen Ländern für abenteuerlich halten würde.
Bis 7. Jänner läuft der Zagreb Advent – das ist das Datum des orthodoxe Weihnachtsfest. Die meisten Christkindlmärkte in Wien schließen zu Weihnachten, nur wenige haben bis 6. bzw. 7. Jänner offen.

Man sieht, Advent und Weihnachten mögen sie sehr, die Kroaten.
Was wunder, haben sie doch den Geist von Weihnachten entdeckt.

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Auch in Griechenland ist ein regelrechter Hype entstanden. Mit einem Stand mit Figuren aus dem Erzgebirge könnte man dort ein Vermögen machen.
Spannend.
Ob das was damit zu tun hat, dass die Griechen wie die Bulgaren den Gregorianischen Kalender übernommen haben? Sie feiern Weihnachten am gleichen Tag wie Katholiken und Protestanten. Könnte mir vorstellen, dass das näher an die westliche Tradition bindet.