Ein trauriger Tag für Bierliebhaber. Mein Stammlokal in Sarajevo hat den Vertrag mit der Brauerei von Sarajevo gekündigt. Wofür vor allem die Brauerei verantwortlich sein dürfte.

Den ganzen Abend ist Brko gestern beschäftigt, die neuen Gläser von Karlovačko einzuordnen und die alten von Sarajevsko einzupacken.

Das Logo der kroatischen Biermarke ist schon am Zapfhahn fixiert.

Die Galerija Boris Smoje hat endgültig die Schnauze voll von der Brauerei in Sarajevo.

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Karlovačko, Symbolbild

Am Donnerstagabend ist ihnen wieder das Zapfbier ausgegangen. Zuletzt war das eine Woche zuvor passiert.

Das waren keine Einzelfälle. Seitdem ich das Lokal besuche, geht ihnen einmal die Woche das Sarajevsko im Fass aus.

Dass das allein am Lokal liegt, kann ausgeschlossen werden.

So gut das Bier sein mag – zumindest das Premium -, so sehr steht die Brauerei im Ruf, die Logistik nicht und nicht in den Griff zu kriegen.

Im Fall des Boris Smoje fällt das besonders auf. Das kleine Lokal ist kaum eineinhalb Kilometer von der Brauere entfernt.

Das einzige ernsthafte Hindernis ist das Flüsslein Miljacka, das zwischen Brauerei und Lokal gemächlich dahinfließt.

Über die Miljacka führen zwischen Boris Smoje und Sarajevsko vier Brücken.

Zur Not könnte man die 30-Liter-Fässer mit dem Handkarren hinführen oder im schlimmsten Fall in ein Taxi verfrachten.

Funktioniert offenkundig nicht.

Das ist schade. Mir schmeckt Sarajevsko besser als Karlovačko. Ich bin hier kein Einzelfall.

Und dass eine Brauerei ein bekanntes Lokal als Kunden verliert, so klein es auch sein mag, hilft ihr sicher nicht weiter.

Hoffen wir, dass sie ihre Logistik bald in den Griff kriegen.