Chris Leslies Doku „The Partisan Metropolis“ wird am Sarajevo Film Festival ihre lang erwartete Weltpremiere feiern. Der Film über den Kampf um die Erhaltung des Partisanenfriedhofs von Mostar wird am 17. August gezeigt, wie Balkan Stories exklusiv berichten kann.
Chris Leslie mag länger auf die Premiere seines Dokumentarfilms „The Partisan Metropolis“ gewartet haben als ein Regisseur verständlicherweise möchte. Dafür könnte er sich kaum einen würdigeren Rahmen vorstellen als das heurige Sarajevo Film Festival.
Wie Balkan Stories von Chris erfahren hat, wird der 70 Minuten lange Film am Sonntag, dem 17. August, auf dem international renommierten Festival erstmals der Öffentlichkeit gezeigt.
Die Entscheidung fiel vor Kurzem. Auf der – etwas unübersichtlichen – Homepage des SFF findet sich die Aufführung noch nicht.

Es gibt auch kaum ein passenderes Filmfestival, auf dem dieser Film seine Weltpremiere feiern könnte als dieses. Behandelt doch diese Doku gleichsam stellvertretend am Beispiel des Partisanenfriedhofs von Mostar die Konflikte, die das ehemalige Jugoslawien im Allgemeinen und Bosnien im Besonderen lähmen.
Vor drei Jahren zerstörten Neo-Ustaša alle Grabplatten
Vor drei Jahren hatten Neo-Ustaša in nur einer Nacht alle Grabplatten der Gedenkstätte des jugoslawischen Architekten Bogdan Bogdanović zertrümmert. Die Platten hatten der Mostarer Partisanen gedacht, die bei der Befreiung Jugoslawiens von der faschistischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg gefallen waren.
Der renommierte schottische Regisseur Chris Leslie und sein Team – der balkanisch-britischen Filmemacher Oggi Tomić, Redakteur Geri Toth und Story Consultant Stephen A Bennet – machten sich aufgerüttelt durch die Nachrichten von dem Angriff auf den Weg, um das Denkmal für den Befreiungskampf und die Befreier auf ihre Weise zu verteidigen: Mit einer Doku, die den Partizansko groblje in Mostar in seiner EInzigartigkeit begreifbar macht, und den Kampf um seinen Erhalt seit dem Ende Jugoslawiens minutiös nachzeichnet.
Balkan Stories begleitet die Entstehung von „The Partisan Metropolis“ seit eineinhalb Jahren. Ausführlichere Informationen findet ihr in diesem Bericht vom April diesen Jahres.
Wer den Partisanenfriedhof vor drei Jahren geschändet hat, ist bis heute offiziell nicht bekannt. Ermittlungen der Polizei verliefen offiziell im Sand.
Bitterer Beigeschmack einer würdigen Premiere
So verdient und würdig die Premiere am SFF auch ist, sie hat einen bitteren Beigeschmack.
„The Partisan Metropolis“ ist ein weiteres und besonders aktuelles Beispiel, wie wichtig dieser Sender für die Region war. Al Jazeera Balkans war Kooperationspartner bei der Entstehung des Films. Eine gekürzte Version hätte auch auf dem Sender gezeigt werden sollen.
Ohne Al Jazeera Balkans wird es für Filmemacher aus der Region und für Filmemacher, die Dokus über die Region produzieren möchten, deutlich schwieriger werden, ihre Projekte zu finanzieren. Das wird vor allem mutige Projekte wie „The Partisan Metropolis“ treffen.
Weitere Aufführmöglichkeiten gesucht
Chris sucht über das SFF weitere Kooperationspartner, um seinen Film aufzuführen.
Angedacht sind in erster Linie Filmfestivals, auch nach Vertriebspartner wird gesucht.
Eine ausführliche Beschreibung des Films und seiner Entstehungsgeschichte und Kontaktmöglichkeiten findet ihr im offiziellen Folder zum Film.
Den Trailer zur Doku könnt ihr hier sehen.
Karten für die Aufführung am 17. August sind noch nicht verfügbar. Balkan Stories wird euch informieren, sobald man sie kaufen kann.
So unterstützt ihr meine Arbeit
Wenn ihr meine Arbeit unterstützen wollt, könnt ihr das ab sofort auf Buy Me A Coffee tun.
Und wenn euch dieser Beitrag gefällt, bitte teilt ihn auf euren sozialen Netzwerken, lasst ein Like da oder kommentiert.
Entdecke mehr von balkan stories
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
