Vukašin Crnčević ist tot

Vukašin Crnčević ist tot. Der 18-jährige verstarb am Freitag im Militärmedizinischen Spital in Beograd. Er ist das 16. Todesopfer des Einsturzes des Bahnhofvordachs von Novi Sad am. 1. November.

Ein Land trauert. Und weite Teile der Bevölkerung sind wütend.

Am Freitag erlag Vukašin Crnčević nach mehr als vier Monaten den schweren Verletzungen, die er erlitten hatte, als das Vordach des frisch renovierten Bahnhofs von Novi Sad am 1. November einstürzte.

Vukašin ist das 16. Todesopfer der Katastrophe.

In Novi Sad kam es am Freitag nach der traurigen Nachricht zu mehreren spontanen Trauerkundgebungen.

Es ist zu erwarten, dass Menschen in ganz Serbien diesem Beispiel folgen werden.

Die traurige Nachricht kommt am bisherigen Höhepunkt der politischen Krise Serbiens, die sich an dem Unfall entzündet hatte.

An den Bauarbeiten am Novi Sader Bahnhof waren auch Firmen mit Nähe zur Regierungspartei SNS beteiligt.

Als die serbische Regierung zunächst leugnete, dass auch das Vordach des Bahnhofs renoviert worden war, und keine Dokumente zu den Bauarbeiten veröffentlichte, gingen Studenten auf die Straße.

Sie fordern, dass die Verantwortlichen für die Katastrophe vor Gericht gestellt werden, und dass serbische Behörden ihre Arbeit ohne politische Einmischung tun.

Die Studentenproteste haben sich in den vergangenen Monaten zu einer Massenprotestbewegung entwickelt. Am Samstag vergangener Woche demonstrierten serbischen Hauptstadt Beograd 300.000 Menschen für Rechtstaat, Demokratie und gegen Korruption.

(Siehe diese Reportage von Balkan Stories und diesen Fotoessay.)

Die Bewegung hat längst das gesamte Land erfasst. Demonstrationen sind auch in kleinen Dörfern mit wenigen hundert EInwohnern dokumentiert. In größeren Städten werden die friedlichen Proteste nach wie vor den Studenten organisiert, die seit mehr als drei Monaten im Ausstand sind.

In den vergangenen Tagen stieg die Spannung in Serbien merkbar an. Mehrere Aktivisten oppositioneller Organisationen wurden festgenommen.

Serbiens Präsident Aleksandar Vučić wirft ihnen vor, sie hätten einen Umsturz der politischen Ordnung geplant. Er und seine Partei SNS hatten die Protestbewegung mehrfach als von außen gesteuerte Destabilisierung Serbiens und als „Farbrevolution“ bezeichnet. Beweise für diese Behauptungen wurden bislang nicht vorgelegt.

Für Aufregung sorgt außerdem eine Massenpanik während der Beograder Demo vom 15. März. Ein lautes niederfrequentes Geräusch brachte tausende Demoteilnehmer auf der Ulica Kralja Miljana dazu, flüchten zu wollen. Eine junge Frau stürzte und wurde verletzt.

Die Quelle des Geräusches ist nach wie vor nicht bekannt. Aktivisten werfen der Regierung vor, dass sie eine Schallfwaffe eingesetzt habe. Die Regierung dementiert.

Die Nachricht von Vukašins Tod wird die angespannte Lage nicht beruhigen.

So unterstützt ihr meine Arbeit

Wenn ihr meine Arbeit unterstützen wollt, könnt ihr das ab sofort auf Buy Me A Coffee tun.

Und wenn euch dieser Beitrag gefällt, bitte teilt ihn auf euren sozialen Netzwerken, lasst ein Like da oder kommentiert.


Entdecke mehr von balkan stories

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

2 Gedanken zu “Vukašin Crnčević ist tot

Antworte auf den Kommentar von koprivaAntwort abbrechen