Nostalgie für das ehemalige Jugoslawien erfährt eine merkbare Renaissance – auf allen Ebenen. Mit den verschiedenen Aspekten wird sich in den nächsten Wochen eine Reportagereihe beschäftigen. Auslöser war eine Reportage, die ich für das Wiener Dijaspora-Magazin KOSMO geschrieben habe. Sie ist in der aktuellen Ausgabe erschienen.
„Uroš und Sandra trinken neben der offenen Feuerstelle beim Eingang von Mini Jugoslavija in Subotica Kaffee und serbischen Vodka. Es ist nicht der erste an diesem Samstagvormittag. „Ich trinke immer einen Schnaps zum Frühstück“, sagt Uroš. Er ist Maler und Anstreicher in der Stadt und wohnt gleich neben der zwei Hektar großen Anlage, die der Unternehmer Blaško Gabrić vor fast 20 Jahren gegründet hat – ausdrücklich aus Protest dagegen, dass Rumpf-Jugoslawien im Februar 2003 in Serbien-Montenegro umbenannt wurde. Ein Denkmal für den unterge gangenen Staat sollte es werden, und das Versprechen einer besseren Zukunft nicht nur für seine Bürger, und ein Bezugsort
für alle, die sich als Jugoslawen fühlten und fühlen.
Heute ist es eine der größten Vereine, der sich dem Andenken Jugoslawiens widmet, und hat immerhin an die 9.000 Mitglieder.“
So beginnt meine Reportage „Protest, Gedenken und Kommerz: Der Aufschwung der Jugonostalgie“ in der aktuellen Ausgabe des Wiener Dijaspora-Magazins KOSMO.
Hier könnt ihr sie nachlesen. Ab Seite 22 in Übersetzung, ab S 54 in Deutsch.
KOSMO ist Kooperationspartner von Balkan Stories.
Subotica in der Vojvodina war auch der Auftakt dieser Reise auf der Suche nach der Nostalgie für Jugoslawien. Auf diesem Kapitel hat mich Feđa Kiselički als Freund und Fotograf begleitet.
Auf den anderen Stationen in Beograd, in Sarajevo und in Kozara musste ich wieder selber fotografieren. Man wird den Unterschied bemerken.
Zweitweise war das durchaus herausfordernd. So musste ich in Mini Jugoslavija um zehn Uhr Vormittag einen Vodka mittrinken, um mit Uroš und Sandra ins Gespräch zu kommen. Sonst war da nichts los. Es war auch noch sehr früh in der Saison, und Veranstaltung war an diesem Tag keine angesetzt.
Und ja, das sind Momente, da kommt es auf die Stimmung an. Da musst du als Journalist mittrinken. Sonst würdest du schief angesehen, und es kommt kein Gespräch zustande.

Feđa hat den Moment dokumentiert.

Es war übrigens durchaus passabler Vodka. Ich bin froh, dass ich kein zweites Fläschchen trinken musste. Das wäre wohl etwas viel auf nüchternen Magen gewesen.
Etwas später ist Goran Gabrić zu uns gestoßen. Er leitet Mini Jugoslavija.

Das erwartet euch in den nächsten Wochen
In einem Magazin ist der Platz nachvollziehbarerweise begrenzt. Etliche Aspekte meiner Reise sind verlorengegangen.
Online stellt sich das Problem weniger. In den nächsten Wochen könnt ihr mehr über die einzelnen Stationen der Reise nachlesen. Den Auftakt hat vergangenen Donnerstag die Reportage über das neue „Museum Tito Sarajevo Yugoslavia“ gemacht.
Beograd und Subotica werden bald in zwangloser Reihe und ausführlicher als das in dieser Ausgabe in KOSMO möglich war, demnächst hier und online bei KOSMO erscheinen.
Reinschauen zahlt sich also aus.
Titelfoto: Ich mit einem neu ausgestellten Pass von Mini-Jugoslavija. Foto: Feđa Kiselički
Alle Fotos: (c) Feđa Kiselički
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