Sarajevo und Zagreb melden praktisch zeitgleich spürbare Verbesserungen für ihre Einwohner: Sarajevo feiert, dass die ersten neuen Straßenbahngarnituren seit 40 Jahren in Betrieb genommen worden sind. Und Zagreb macht die öffentlichen Verkehrsmittel für alle älteren Stadtbewohner kostenlos.
Seit Donnerstag sind sie unterwegs, die Beweise, dass auch für Sarajlije bessere Zeiten anbrechen: Drei neue Straßenbahngarnituren der Firma Stadler.
Was in anderen Städten eine Randnotiz wäre, löst in der bosnischen Hauptstadt beinahe Volksfeststimmung aus.
Immerhin sind es die ersten neuen Straßenbahngarnituren seit 40 Jahren.
Seit dem Krieg hatte den Verkehrsbetrieben von Sarajevo schlicht dsa Geld gefehlt, den zunehmend auseinanderfallenden alten Fuhrpark zu erneuern.
Löcher wurden mit Garnituren gestopft, die Städte wie Wien ausrangiert und der bosnischen Hauptstadt gespendet hatten.
Die neuen Stadler-Garnituren vom Typ TANGO NF3 ersetzen unter anderem die beiden Wiener Garnituren. Bis Ende nächsten Jahres sollen insgesamt 15 Züge geliefert werden, gibt Adnan Šteta bekannt, der Verkehrsminister des Kanton Sarajevo.

Der erneuerte Fuhrpark soll die runderneuerte Straßenbahninfrastruktur abrunden. In den vergangenen zwei Jahren waren fast alle Gleise der eineinhalb Straßenbahnlinien in der Stadt erneuert worden. Sie erlauben auch höhere Geschwindigkeiten.
Auch das Netz soll erweitert werden. Bisher besteht es aus der Hauptstrecke von der Baščaršija nach Ilidža und einer Abzweigung zum Hauptbahnhof.

Auf der anderen Seite der Miljacka besteht das Öffi-Netz aus O-Bussen. Vervollständigt wird es von einem Busnetz, das von den stadteigenen Verkehrsbetrieben GRAS und vom Unternehmen Centrotrans betrieben wird.
Bleibt zu hoffen, dass der Ausbau der Infrastruktur mit einem einheitlichen Fahrkartensystem gekrönt wird.
Bislang braucht man zumindest bei Einzeltickets jeweils eigene Fahrscheine für Straßenbahnen und Busse von GRAS, Centrotrans hat ohnehin ein eigenes Fahrkartensystem.
Zagreb macht öffentliche Verkehrsmittel für alle älteren Bürger gratis
Diese Sorge müssen sich die Zagreber nicht machen. Die kommunalen Verkehrsbetriebe ZET haben seit jeher einheitliche Fahrkarten für alle Öffis.
Und die werden ab 1. Juni für alle Zagreber über 65 kostenlos, hat Bürgermeister Tomislav Tomašević am Mittwoch angekündigt.

Das solle die Mobilität älterer Menschen erhöhen und ihre Lebenshaltungskosten senken. Als Vorbilder nennt der Zagreber Bürgermeister unter anderem Lissabon, Prag oder Budapest.
Beantragen können ältere Zagreber den Ausweis für kostenlose Fahrten ab 15. April. Die Regelung betrifft etwa 160.000 Menschen.
Außerdem kündigt Tomašević an, dass die Stadt 40 neue Straßenbahngarnituren und 100 neue Busse kauft – letztere sollen aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden.
Titelfoto: Kanton Sarajevo
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