Auch Wiener Serben gehen gegen den neu gewählten serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić auf die Straße. Nächsten Samstag unterstützen sie mit einer Demo die Proteste in Serbien.

Es soll ein Zeichen der Solidarität werden, das eine Gruppe großteils junger serbischer Wienerinnen und Wiener am Heldenplatz setzen will. Solidarität mit den tausenden Menschen, die in der alten Heimat seit drei Wochen Tag für Tag  gegen den neu gewählten Präsidenten Aleksandar Vučić auf die Straße gehen.

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Großdemonstration gegen Aleksandar Vučić in Beograd. Foto: Protest protiv diktature.

Sie befürchten, dass er nach dem Vorbild Victor Orbans in Ungarn oder Recep Tayyip Erdogans in der Türkei ein autoritäres System etablieren könnte.

„Protiv Diktature“ lautet ihr Schlachtruf. „Gegen die Diktatur“.

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Großdemonstration gegen Aleksandar Vučić in Beograd. Foto: Protest protiv diktature.

Genährt werden die Befürchtungen durch die Nähe so gut wie aller großen Medien zu Vučić und seiner nationalistisch-konservativen Partei SNS. Die Medienkontrolle hatte im Präsidentschaftswahlkampf zu einem drückenden Übergewicht für Vučić geführt, der bis zu seiner Angelobung als Ministerpräsident amtiert.

Der Kandidat errang schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen.

Auch eine Welle von Korruptionsskandalen wie um die Belgrade Waterfront hat das Vertrauen der jungen Bevölkerung in die Politik vor allem in den Städten erschüttert. Sie sind es auch, die die wochenlangen Proteste tragen.

Die Bewegung in Wien versteht sich vor allem als moralische Unterstützung für die alten oder ehemaligen Landsleute. Viele gehen auch aus Sorge um das internationale Image ihres Geburtslandes auf die Straße. In nicht wenigen Fällen ist es auch ein Zeichen gegen den Rechtsruck in der neuen Heimat.

Man müsse die Demokratie verteidigen, wo man ist, heißt es.

Zur ersten Demo am 8. April kamen nach Angaben der Organisatoren etwas mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Für die Versammlung am 29. mobilisieren die Veranstalter mittlerweile mit einem eigenen Facebook-Video.

Finanziert wird das alles privat.

Die Demonstration am Heldenplatz soll am Samstag um 14 Uhr beginnen.