Wie Bosnien ein Juwel verfallen lässt

Wie berichtet, wird die dringend notwendige Renovierung des Historischen Museums Bosniens und der Hercegovina in Sarajevo erneut verschoben. In dieser Fotogalerie seht ihr, wie schlimm es um das Gebäude steht, das als Aushängeschild der modernen Architektur gilt.

63 Jahre ist dieses Gebäude alt. Errichtet nach den Plänen der Architekten Boris Magaš, Radovan Horvat und Edo Šmidihen, steht es seit 2012 unter Denkmalschutz. Für die Getty Foundation gilt es als eines der zehn bedeutendsten Bauwerke moderner Architektur weltweit.

An der Fassade merkt man nichts von dieser Bedeutung.

Außenansicht des Historischen Museums von Bosnien und Herzegowina mit Beschriftung in Bosnisch und Serbisch.

Selbst, wo das Historische Museum Bosniens und der Hercegovina sein 80-jähriges Bestehen als Institution feiert – erst in den 1960-ern zog man hier ein -, ist der Verfall nicht zu übersehen.

Person in pink Jacke, die an einer Plakatwand mit historischen Ausstellungen vorbeigeht, darunter die Aufschrift 'WER IST WALTER?'

Es wird nicht besser auf der Seite des Kubus, dort wo bald die Galerie Ars Aevi stehen soll.

Moderne Architektur eines Gebäudes mit quadratischem, blassen Fassadendesign vor einem bewölkten Himmel.

Auf der Seite, die Richtung Nationalmuseum schaut, verdecken Graffiti teilweise, wie sehr die Fassade bröckelt.

Es ist nicht zu übersehen, dass das Gebäude seit dem Krieg nicht renoviert wurde.

Detailaufnahme von einer Wand mit Rissen, zwischen zwei weißen Platten, aus denen grüne Pflanzen herauswachsen.

Das ist nicht die Schuld der Museumsleitung.

Direktorin Elma Hašimbegović und ihr Team halten mit dem wenigen, was ihnen zur Verfügung steht, das Innere des Gebäudes in Schuss und stellen sicher, dass Besucher das Museum sicher betreten und verlassen können.

Wie berichtet, haben sie die zerfallenden Steintreppen vorübergehend mit einer Holzkonstruktion ersetzt. Das Provisorium steht seit zwei Jahren. Es verfällt seinerseits.

Die Verantwortung für die Situation tragen die politisch Verantwortlichen. Von der Bezirksvertretung über die Stadtregierung und die Kantonalregierung, über die Regierung des bosnjakisch-kroatischen bosnischen Teilstaates Federacija bis zur bosnischen Nationalregierung.

Seit 30 Jahren schaffen sie es nicht, das Museum finanziell abzusichern. Das liegt auch an den politisch Verantwortlichen in Bosniens zweitem Teilstaat, der Republika Srpska.

Zuletzt haben Bezirksvertretung und Kantonalregierung wenigstens ein Budget für die Renovierung aufzustellen. Und scheiterten, den Bauauftrag in einer rechtskonformen Ausschreibung zu vergeben. (Balkan Stories berichtete exklusiv im deutschen Sprachraum.)

Die Ausschreibung muss wiederholt werden. Wie lange der Prozess dauern wird, ist unklar.

Bis dahin bröckelt die Fassade eines der bedeutendsten Gebäude moderner Architektur weiter vor sich hin.

Mehr über das Historische Museum Bosniens und der Hercegovina und die komplizierten politischen Hintergründe findet ihr im Archiv von Balkan Stories.

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