Džo, der Baggerfahrer, ist tot. Er war eine Legende der serbischen Protestbewegungen. 20 Jahre lang setzte er sich auf der Straße für Demokratie und Zukunftsperspektiven für die jungen Menschen in Serbien ein. Gegen jede Regierung, die es seitdem im Land gegeben hat. Bis zum letzten Tag. Beugen musste sich der 77-Jährige nur dem Tod.

„Er wird protestieren, so lange er lebt“, schreibt die serbische Zeitung Danas in einem Portrait über Džo, den Baggerfahrer.

Das war auch so. Am 11. Juli erschien der Artikel.

Am 11. Juli starb Ljubisav Đokić, den alle Džo bagerista nannten. Den Baggerfahrer.

Den Spitznamen bekam er an dem Abend, der ihn zur Legende machte.

Am 5. Oktober 2000 durchbrach er auf Protesten gegen Slobodan Milošević mit einem Bagger die Straßenabsperrungen und fuhr bis vor das Gebäude des Staatssenders RTS.

Es war das Ende für das Milošević-Regime.

Seitdem ist Džo gegen jede Regierung auf die Straße gegangen, die es in Serbien gegeben hat.

Gegen Korruption, für Freiheit, Demokratie und für die jungen Menschen Serbiens.

Auch bei den Protesten gegen Aleksandar Vučić war er dabei.

Vor drei Jahren, wo ihn auch Balkan Stories traf. (Siehe HIER).

Und in den vergangenen Tagen, als zehntausende Serbinnen und Serben gegen das Hü und Hott-Regime bei den Corona-Maßnahmen rund um die umstrittenen Parlamentswahlen auf die Straße gingen, das die Pandemie in Serbien sich großflächig ausbreiten ließ (Siehe HIER).

Bis zum letzten Tag seines Lebens.

Unter den Protestierenden der vergangenen Tage und Sympathisanten im Ausland herrscht tiefe Betroffenheit über den Tod von Džo.

„Er war ein einzigartiger Mensch“, sagen viele. Und eine Inspiration, sich nicht beugen zu lassen.

Auch, wenn die Polizeiknüppel geschwungen werden.

Ein ausführliches Portrait über Džo hat Stephan Ozsváth anlässlich des 10. Jahrestags des Sturzs von Slobodan Milošević geschrieben. Siehe HIER.