Die Berliner Alternative-Band CLIC feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Die Stimme der Gruppe ist Ergebnis starker bosnischer Beteiligung. Die Eltern von Sängerin Samira Bešić kommen aus Sarajevo.

Dass Kunst international ist und zu einem erheblichen Ausmaß von Migration abhängig, vom Austausch der Ideen von Menschen mit verschiedenen kulturellen Erfahrungen, mag ein Klischee sein. Was die Aussage nicht unwahr macht.

Die Berliner Alternativ Pop Band CLIC ist ein Beispiel für diese Aussage. Die Eltern von Sängerin und Bandgründerin Samira Bešić kommen aus Sarajevo, Samira ist waschechte Berlinerin. Co-Gründer und Bassist Sebastian „Bassti“ Höhmann stammt aus München. Gitarrist Yann Garcins ist Franzose.

An den Drums sitzt mittlerweile Frank Segbert, Berliner wie Samira. Er hat die Stelle von Frans Willems übernommen, der niederländische Wurzeln hat und mittlerweile mit BRONCK eine eigene Band hat.

Viel europäischer kann eine Band mit vier Mitgliedern kaum sein.

Professionelles Marketing

Es waren kreative Routiniers, die sich 2007 zur Gründung von CLIC zusammenfanden. Samira etwa ist seit den 1990-ern Sängerin.

Begonnen hat sie als Studiomusikerin, vor allem für Projekte aus dem Dancefloor- Und Techno-Bereich. „Die waren teilweise recht erfolgreich und haben die Taschengeldkasse aufgebessert“, sagt sie im Interview via Facebook-Chat. „Ich hoff, das schreibst du nicht.“

Tu ich doch. Wir alle haben unsere Jugendsünden.

Dann kam die Elektroband Tangerine, für die Samira im Merchandising gearbeitet hat. 2012 hat sie mit Bassti Höhmann den Musikverlag SamsFriend gegründet.

„Wir wollten damit unsere eigenen Songs und die von Freunden veröffentlichen und vermarkten können“, beschreibt Samira.

Seit Beginn setzen CLIC und der Verlag auf Online-Veröffentlichungen. 2016 etwa erschienen zwei EP’s von CLIC. Unter anderem der deutschsprachige Titel „Märchenstunde“ im Album „Once Upon A Time„.

„Wie eine zweite Familie“

 

Die Songs schreibt die Band selbst. Oft entstehen sie spontan, sagt Samira. „Wir spielen gemeinsam im Proberaum, einfach so, und bauen schöne Passagen und Melodien aus.“

Ganz wichtig sei, dass sich die Bandmitglieder so gut verstehen. „Für mich ist das wie eine zweite Familie“, beschreibt Samira.

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Yann Garcins, Sebastian Höhmann, Samira Bešić, Frank Segbert.

(K)Eine Balkanparty

Die Kultur der Eltern hat sie nie aus den Augen verloren. Die waren als Gastarbeiter aus Sarajevo nach Deutschland gekommen.

„Die ganzen Jahre über habe ich immer mal wieder kleine Konzerte & Veranstaltungen mit Balkan-Bezug organisiert. Unter anderem fand die recht beliebte „(k)eine Balkanparty“ statt: Ein befreundeter Gitarrist, der ursprünglich aus Kroatien stammt, und ich am Mikro haben in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre dem alten YU-Rock und Sevdah unseren Tribut gezollt. Gemeinsam mit den Konzertbesuchern wurde gesungen und genossen“, schildert Samira.

Wie das zehnjährige Bestehen von CLIC gefeiert wird, steht offenbar noch nicht fest. Als ich Samira auf das Jubiläum anspreche sagt sie: „Oh Gott, ja stimmt.“

Vor lauter Song schreiben und Gigs kann man so etwas wohl auch verschwitzen.

Titelbild: (c) Boris Kownatzki