Junge Frau bei rätselhafter Massenpanik verletzt

Wie Balkan Stories erst Sonntagnacht bekannt wurde, ist eine junge Frau bei einer rätselhaften Massenpanik während der Demonstration in Beograd am Samstagabend verletzt worden. Hier die verfügbaren Infos.

Hunderttausende schweigen rund um den Trg Slavija für die 15 Opfer der Katastrophe von Novi Sad.

Nach 12 Minuten hören die Teilnehmer, die am Cvetni Trg stehen, einen ohrenbetäubenden Knall. Laut wie 20 Autos sei er gewesen, beschreibt Demonstrantin Milica Stanković gegenüber dem Fernsehsender N1.

Die Menschen auf diesem kleinen Platz beginnen in Panik, in alle Richtungen zu laufen.

Milica stürzt und wird verletzt.

Nach wie vor ist unbekannt, was diesen Vorfall ausgelöst hat.

Die Journalistin Marina Komad schließt in ihrer Schilderung gegenüber dem kritischen Sender Nova.rs nicht aus, dass Feuerwerkskörper oder ähnliches aus umliegenden Gebäuden geworfen wurden.

Sie beschreibt das Geräusch im Interview als „schrecklichen Aufprall“.

Zur Einordnung: Marina Komad war Zeugin bzw. Opfer des Vorfalls. Sie ist eine regierungskritische Journalistin in Serbien und war in der Vergangenheit Medienberaterin des früheren serbischen Präsidenten Boris Tadić von der Demokratischen Partei.

Was die Sache umso mysteriöser macht, ist, dass die Einsatzkräfte den Vorfall zuerst dementierten. Das geht aus dem Recherchen der Zeitschrift Vreme hervor. Sie hat mit hunderten Augenzeugen Kontakt aufgenommen.

Vreme hat auch Aufnahmen des Vorfalls zusammengetragen, die das Ausmaß sehr deutlich dokumentieren.

Außerhalb einer sehr kleinen Zone auf der Ulica Kralja Milana war der Knall nicht zu hören.

Die zehntausenden Demoteilnehmer direkt am Trg Slavija haben weder den Knall noch die Massenpanik mitbekommen.

Ich habe mich direkt vor dem Eingang des Hotel Slavija aufgehalten und das Ereignis nicht bemerkt.

In sozialen Medien kursieren zahlreiche Spekulationen, dass Polizei oder Geheimdienst eine Art von Schallfwaffe eingesetzt hätten. Auch von einer Drohne ist die Rede.

Das lässt sich durch die öffentlich zugänglichen Videos des Ereignisses weder bestätigen noch ausschließen.

Was klar erkennbar ist: Es muss ein objektiv wahrnehmbares Ereignis gewesen sein, das hunderte Menschen entlang eines 50 Meter langen Straßenabschnittes in wilde Panik versetzt hat.

Auffällig ist auch, dass offenbar alle Beteiligten weg von der Straßenmitte fliehen.

Balkan Stories hat nicht die Kapazitäten, diesem Ereignis mit eigenen Recherchen auf den Grund zu gehen, wird euch aber über seriöse Rechercheergebnisse anderer Medien informieren.

Eine ausführliche Reportage über die Großdemonstration vom 15. März könnt ihr hier lesen.

So unterstützt ihr meine Arbeit

Wenn ihr meine Arbeit unterstützen wollt, könnt ihr das ab sofort auf Buy Me A Coffee tun.

Und wenn euch dieser Beitrag gefällt, bitte teilt ihn auf euren sozialen Netzwerken, lasst ein Like da oder kommentiert.


Entdecke mehr von balkan stories

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Kommentar verfassen