Man kommt an Nationalismus und Neo- wie Altfaschismus nicht vorbei, wenn man sich mit dem Balkan beschäftigt. Leider verstehen es auch viele Dijaspora-Gemeinden als ihre Aufgabe, nationalistische und revisionistische Geschichts- und Kulturbilder zu vermitteln. Mit diesem Phänomen setzen sich nur wenige Menschen auseinander. Eine Ausnahme ist der deutsche Journalist Danijel Majić.

Was haben radikale Abtreibungsgegner in Frankfurt und Wiener Fußballfans gemeinsam, die „Nož, žica, Srebrenica“ (Messer, Stacheldraht, Srebrenica) schreien?

Mehr als man glaubt, und das geht weit über die Tatsache hinaus, dass beide Gruppen normalen Menschen äußerst unsympathisch sind.

Beide sind Teil eines Phänomens, das man als Dunkle Dijaspora bezeichnen kann.

Das arbeitet Danijel Majić in seinen Vorträgen über nationalistische Vereine der Ex-YU-Dijaspora und ihre Einbettung in die kroatische bzw. serbische politische Kultur heraus.

Dieses Referat in der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt/Main ist eine der informativsten und brauchtbarsten Kompaktdarstellungen, die ich kenne.

Sie sei allen empfohlen, die sich damit auseinandersetzen wollen, was sich bei vielen Vereinen und Pfarrgemeinden hinter der folkloristisch-religiösen Kulisse tut.

Danijel ist einer der genausten Beobachter des offenen Nationalismus in Dijaspora-Vereinen im deutschsprachigen Raum.

Sonst vernachlässigen Wissenschaft, Politik und Journalismus das unangenehme Phänomen eher.

Sieht man von diversen Versuchen von Rechtsaußen-Parteien wie der FPÖ und jetzt dem „Team HC Strache“ ab, in der serbischstämmigen Community Österreichs Fuß zu fassen.

Über die Gründe könnte ich hier lange spekulieren. Vielleicht hole ich das bei Gelegenheit nach.

Seine Expertise hat Danijel die heftige Feindschaft diverser vor allem kroatischstämmiger Nationalisten und Halbfaschisten bis Faschisten eingetragen.

Regelmäßig erhält er Nachrichten mit Beschimpfungen und Drohungen. Einschüchtern lässt er sich von seinen verhaltensoriginellen Groupies nicht.

Sehr empfehlenswert sind übrigens nicht nur Danijels Vorträge und die diversen Reportagen und Artikel, die er vor allem für die Frankfurter Rundschau geschrieben hat.

Mit Krsto Lazarević betreibt er den Podcast Ballaballa-Balkan. Der sei allen Balkanistas und denen, die’s noch werden wollen, ans Herz gelegt.

Wer bei Danijel wegen Informationsveranstaltungen zu nationalistischen und faschistischen Dijaspora-Vereinen anfragen möchte, kann das gerne über mich tun.

Aus Rücksicht auf Danijels verhaltensoriginelle bis in Mordfantasien schwelgende „Fan“gemeinde erscheint es in Absprache mit ihm besser, keine direkten Kontaktmöglichkeiten auf einer öffentlichen Seite zur Verfügung zu stellen.