Heute gedenkt die Welt der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz und der sechs Millionen Opfer des Holocaust. am Jüdischen Friedhof in Sarajevo wird deutlich, dass die Botschaft „Niemals wieder“ nicht beherzigt wurde. Diesmal müssen wir es besser machen.

Das Titelfoto zeigt das Gedenkmal für die ermordeten jugoslawischen Juden und die Opfer des Faschismus am Friedhof von Sarajevo.

Es wurde zerschossen in einem anderen Krieg, in dem wieder Menschen glaubten, ihre Vorfahren, ihre Nationalität, ihre Religion gäben ihnen das Recht, andere Menschen zu vertreiben, zu vergewaltigen und zu töten.

Der Jüdische Friedhof, der zweitgrößte Europas, war von 1991 bis 1995 Frontlinie im Kampf um Sarajevo und seine Bewohner.

Über den Berg, auf dem Friedhof liegt, versuchten bosnisch-serbische Milizen, versuchte die Armee der Republika Srpska, wiederholt, Sarajevo in zwei zu teilen und hatte vor, beide Teile zu ersticken.

Wie viele Tausende einer Eroberung zum Opfer gefallen wären, mag man sich ausmalen.

Bosnische Serben waren die eifrigsten Vertreiber, Vergewaltiger, Mörder.

Europas zweites Symbol des Völkermords

Sie haben dafür gesorgt, dass Europa neben Auschwitz ein zweites Symbol für Völkermord und Wahnsinn erhalten hat.

Srebrenica.

Dort ermordeten sie 8.000 Bosnjaken.

Viele Serben in Bosnien wie Serbien leugnen bis heute, dass Srebrenica Völkermord war. Einschließlich ihrer obersten politischen Vertreter.

Spielen das Massaker herunter. Rechtfertigen es als Racheaktion auf bosnjakische Kriegsverbrechen in den Dörfern rund um Srebrenica.

Das Denkmal am Jüdischen Friedhof von Sarajevo sollte uns nicht nur an die Shoa erinnern. Sondern auch und vor allem daran, dass das „Niemals wieder“ ein leeres Versprechen blieb.

Wehren wir uns, bevor es zu spät ist

Heute sehen wir wieder, wie in Europa Rechtsradikale Regierungsgewalt übernehmen.

Wie sie neue Feindbilder aufbauen. Wie ihre Sprache Menschen entmenschlicht.

Wie Gewalt rhetorisch vorbereitet wird.

Wie ungerechte und rassistische Gesetze Gewalt legistisch vorbereiten.

Das „Niemals wieder“ erscheint ein immer ferneres Versprechen aus besseren Zeiten.

Diesmal sollten wir es ernst meinen. Und uns wehren, bevor es zu spät ist.

Niemals wieder. Niemals vergessen. Niemals vergeben.