Eine Messe für Faschisten

In Bleiburg in Kärnten haben die diözese Klagenfurt und etwa 10.000 kroatische Nationalisten eine Gedenkmesse für die 1945 ermordeten Ustaša gefeiert. Auch wenn sich die Teilnehmer zurückgehalten haben, waren auch diesmal wieder zahlreiche faschistische Abzeichen und Fahnen zu sehen. Mindestens sieben Menschen sind angezeigt worden.

Man kann nicht sagen, dass die kroatischen Nationalisten einen Hehl aus ihrer Gesinnung machen würden.

Der Mann im Titelfoto trägt ein T-Shirt mit dem Bild von Ustaša-Führer Ante Pavelić.

Pavelić war letztverantwortlich für das Terroregime der kroatischen Faschisten im Zweiten Weltkrieg. Ihm fielen 750.000 Menschen zum Opfer, vor allem Serben und Juden.

Ob man den Mann mit dem T-Shirt zur Messe ließ, ist nicht bekannt.

Auch hier ein offenes Ustaša-Wappen. Fotografiert unmittelbar vor Beginn der Gedenkveranstaltung am Loibacher Feld.

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Offiziell waren derartige Symbole und Fahnen heuer verboten.

Wobei, das offizielle Fahnenverbot scheint nicht ganz ernst genommen worden zu sein. Beziehungsweise stellt sich die Frage, ab wann eine Fahne eine Fahne ist.

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Hier sieht man Emblem beziehungsweise Fahnen des Ustaša-Staates NDH.

 

 

Alles aufgenommen im unmittelbaren Umfeld der katholischen Gedenkmesse für die Ustaša, die nach der deutschen Kapitulation 1945 vom Loibacher Feld aus an Tito-Jugoslawien ausgeliefert wurden.

Völkermörder als Helden der Nation

Tausende dieser Faschisten wurden ohne Prozess von den Partisanen getötet.

Kroatischen Nationalisten gelten sie als Märtyrer der kroatischen Nation – dem Völkermord, den sie an Serben und Juden begingen, zum Trotz.

Zumindest in einem Punkt scheint der öffentliche Druck gewirkt zu haben. Anders als in den vergangenen Jahren traten keine kroatischen Nationalisten in Ustaša-Uniformen auf.

Auch wenn man bei Ustaša-Wappen kaum Scheu zeigte, bei vielem anderen verließ man sich auf Codes.

Am Rücken der T-Shirts einiger dieser Veteranen aus dem Kroatien-Krieg in den 90-ern sieht man laut Zeugen etwa das Kürzel ZDS. Das steht für den verbotenen Ustaša-Gruß „Za Dom Spremni“.

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Insgesamt wurden sieben  Teilnehmer der Gedenkveranstaltung der katholischen Kirche, die von der kroatischen Regierung unterstützt wird, wegen Verstößen gegen das Verbotsgesetz angezeigt.

Ein Teilnehmer wurde laut Landespolizeidirektion Klagenfurt festgenommen und nach Kroatien abgeschoben.

Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit dem KZ-Verband und der Zeitschrift Die Jüdische.

10 Gedanken zu “Eine Messe für Faschisten

  1. Interessant ist dabei die Frage der doppelten Faschismen: Ist es nicht so, dass Ustaša-Symbole gesetzlich in Kroatien, nicht aber in Ö verboten sind? Dagegen wird die Polizei schwer was machen können. Der LH Kaiser hat, glaube ich, die Problematik ebenso aufgeworfen, und die Frage nach einer Gesetzesänderung gestellt.

    Was die Kirche bei der Veranstaltung nun genau verboten hat, und was sie auch exekutiert, ist wieder eine andere Frage, die auch interessant ist.

    Die Männer auf dem Titelbild tragen weiße Schals, aber umgekehrt. Trotzdem leuchtet die verkehrte Šahovska durch, das „verkehrte Schachbrett“. Ich glaube, das war auch das Emblem der 13. SS-Division. Falls ja: Wäre das nicht auch in Ö verboten? Der orf.at hat vor Tagen über die Veranstaltung berichtet. Wenn ich mich recht erinnere, war da ein Gedenkstein – in Kärnten – mit einer ebensolchen Šahovska zu sehen…

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    1. Sie wissen offenbar nicht, was faschistische Symbole sind bzw. wie sie aussehen. Wenn Sie in Bleiburg keine faschistischen Symbole gesehen haben, liegt das an Ihrer Unwissenheit und nicht daran, dass keine da gewesen wären.

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  2. Herr Baumgartner, welche Symbole waren das. Zeigen Sie mir eins? Wenn das Schachfeld mit einem weißem Feld beginnt ist das kein Fasch. Symbol sonder das Originale alte Wappen,was auch auf der Kathedrale in Zagreb auf dem Dach zu sehen ist und die Kathedrale ist ein par Hundert Jahre alt. In Österreich haben die Nazis auch die Österreichishe Fahne benutzt ist diese jetzt ein Faschistisches symbol???
    Faschisten sind die,die diese Menschen nach dem Krieg Ermordet haben und die ,die Sympathie für diese Mörder haben.

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    1. Erstens heiß ich Baumgarten, nicht Baumgartner. Zweitens: Laut ihrer Argumentation wär auch das Hakenkreuz kein faschistisches Symbol sondern ein traditionelles Symbol verschiedener Kulturen… Es ist Ihnen bewusst, dass die verkehrte Šahovska in Kroatien aufgrund ihrer faschistischen Vergangenheit verboten ist? Vom „Za dom spremi“ red ich noch gar nicht – und den Spruch gibt’s nachweislich erst seit faschistischen Zeiten. Ihr letzter Satz entlarvt Sie als Revisionisten und Faschismusverharmloser. Ich finde das widerwärtig.

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  3. Im verdrehen einer Aussage sind Sie gut.Das Hakenkreuz habe ich nicht erwähnt sondern die Fahne Österreichs.Ihre Aussage das die Šahovnica mit dem ersten weisen Feld in Kroatien verboten ist stimmt nicht und auch „Za Dom Spremni“ ist nicht verboten.Zu dem stimmt es auch nicht das es den Spruch „Za Dom Spremni“ erst seit den Ustaša gibt.Der Spruch kommt noch aus der Zeit der Kriege gegen die Osmanen.Sie sind den Klassischen Lügen zum Opfer gefallen,leider,oder die Wahrheit interessiert Sie nicht. Faschismuss ist ein Ekelhaftes System, nach dem Kommunismus das schlimmste was die Welt hatte.

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  4. Ich relativiere nichts.Fakt ist das in Bleiburg keine faschistischen Symbole gab.Mann sollte sich genau informieren ,bevor mann etwas verurteilt. Ich verharmlose den Faschismus nicht,es ist ein übel gewesen und nicht mehr da. Sie aber verharmlosen den Kommunismus und die Morde die begangen worden sind,dass ist widerwärtig.Hetzer,ob links oder rechts,sind die wahren Faschisten.

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