Das hat ein mutmaßlich jugendlicher Nationalist ins Stiegenhaus im Eingang meines Wohnhauses gekritzelt. Wohlgemerkt, ich lebe in Wien. Man kann mir beim besten Willen keine antiserbischen Ressentiments vorwerfen. Aber: Das brauch ich wirklich nicht.

Mit dem gekritzelten serbischen Staatswappen hat es der ungebetene Besucher nicht bewenden lassen.

Auch die Tür des Lifts glaubte er behübschen zu müssen.

IMG_0485b

Ich finde es ausgesprochen traurig, dass auch Jugendliche in Wien offenem Nationalismus anhängen. Ich finde es noch trauriger, dass sie es cool finden, das öffentlich auszuleben.

Das ist kein harmloser Scherz.

In meinem Haus leben serbische und bosnjakische Familien. Gekritzel wie dieses kann Spannungen auslösen.

Ich spekuliere hier, aber ich vermute, dass der Jugendliche, der den Eingangsbereich beschmiert hat, im Sinn hatte. An den Namen an der Gegensprechanlage konnte er ja erkennen, wer hier lebt.

Ich hoffe nicht, dass es zu Konflikten kommt. Für jede serbische Familie im Haus leg ich die Hand ins Feuer. Die sind ausnehmend freundlich und verständnisvoll.

Ich habe nie irgendwelche Äußerungen von ihnen vernommen, die mich vermuten lassen würden, dass sie irgendein Verständnis für solche Aktionen hätten.

Ich hoffe auch, dass sich die bosnjakischen Familien nicht eingeschüchtert oder provoziert fühlen von dem nationalistischen Schwachsinn. Auch sie sind freundliche Leute und haben das nicht verdient.

So wie ich die Leute kenne, wissen sie aber, dass das nichts mit unseren Mitbewohnern zu tun hat.

Der Hausverwaltung habe ich das heute abend gemeldet.

Es befremdet und es ärgert mich

Ich brauch das Zeug genauso wenig wie ich die Ustaša-Zeichen am Brunnenmarkt in meiner unmittelbaren Nachbarschaft.

Dass irgendjemand in Wien im Jahr 2018 faschistische Zeichen irgendwohin sprüht, befremdet und ärgert mich.

Wer auch immer das gesprayt hat, ich hoffe, dass er bald geschnappt wird. Faschistenpack hat in dieser Stadt nichts verloren.

Žive antifašistička borba!